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Problemlösungsfähigkeit, Kreativität und andere kognitive Funktionen hängen vom Denkmodus des Gehirns ab. In einer Studie mit tausenden Managern in rund 50 Ländern wurden vier Denkmodi identifiziert, von denen die persönliche Produktivität abhängt. Anschließend werden Tipps aufgezeigt, wie Sie Ihren Denkmodus ändern können, um die bestmögliche Leistung abzurufen.

Vier Denkmodelle von Defaitismus bis Möglichmachen

In den Frontlappen des Gehirns erfolgen Problemlösung, Kreativität und andere kognitive Funktionen. Glücklicherweise ist eine schnelle Stichprobe Ihres Denkmodus‘ ganz einfach. Die Aufzählung von Denkmodi lässt Sie schnell herausfinden, in welchem Sie gerade arbeiten. Anschließend werden Tipps aufgezeigt, wie Sie Ihre Denkweise ändern können, um die bestmögliche Leistung abrufen zu können.

Defätistischer Modus

Dieser psychische Zustand wird von Sorgen, Frustration und Angst vor dem, was schief gehen könnte, beherrscht. Wir werden manchmal alle in diesen Modus versetzt. Es ist ein unausweichlicher Teil der menschlichen Erfahrung. Im defätistischen Modus (auch Miesmacher-Modus genannt) nährt uns unser Affenverstand (wie die Buddhisten es nennen). Alle Arten von negativem und unproduktivem Geschwätz der Untergangs- und Düstervielfalt werden hervorgerufen. Wir zeigen schmerzhafte Ereignisse der Vergangenheit auf und spielen Bänder mit persönlichen Rückschlägen und Trauer ab. Wir bleiben bei Dingen, die wir "hätten tun sollen“. Der defätistische Modus ist ein negativer Gebrauch der Fantasie. Unsere "Ideenfabriken" werden stillgelegt und unsere ideenproduzierende Leistung dadurch gebremst.

Erhalter-Modus

In diesem Zustand des Geistes gehen wir meistens "die Motionen durch" und halten den Status quo aufrecht. Wir überprüfen unsere Mittel ständig. Wir machen Multitasking und stellen auf Autopilot. Wenn uns im Erhalter-Modus eine Idee in den Sinn kommt, können wir sie ignorieren oder Gründe beschwören, warum sie nie funktionieren wird oder von Chefs, Ehepartnern oder anderen abgeschossen werden könnte. Unsere Stimme des Urteils, die innere Kritik, die wir alle kennen, ist vorübergehend zuständig. Gedanken wie „Ach, das wird nie klappen." oder „Der Chef würde nicht das sowieso nicht gut finden." oder „Du hast schon zu viel zu tun, du kannst unmöglich Zeit dafür finden." sind Anzeichen für diesen geistigen Modus. Aus Performance-Sicht ist dieser Modus auch ein unausweichlicher Teil des Lebens. Viele Jobs bestehen in erster Linie aus der Ausführung und dem Befolgen von Richtlinien, Prozeduren und Protokollen. Der Nachteil ist, dass er die Kreativität dämpfen und verringern kann.

Träumer-Modus

Wenn das jetzt Ihr Geisteszustand sein sollte, können Sie sich freuen! Sie befinden sich auf einem Leistungspfad, zumindest was die Ideengenerierung betrifft. Etwas hat diese Endorphine des Möglichen stimuliert und es ist wichtig zu erkennen, was. Vielleicht haben Sie einen Spaziergang in der Natur unternommen oder ein nettes Gespräch mit einem alten Freund geführt, der Ihnen aufmerksam zuhört und Sie unterstützt. Vielleicht haben Sie eine gute Nachricht erhalten, die Sie in eine positive Richtung lenkt. Im Träumer-Modus kommen die Ideen leicht und ohne zu viel Aufwand auf. Sie haben Gedanken wie: "Wäre es nicht toll, wenn die funktionellen MRT-Untersuchungen zeigen, dass die Genusszentren des Gehirns leuchten, wenn wir uns in diesem Zustand befinden?“ Wir alle kennen gelegentlich diesen Zustand und genießen diesen Dopamin-Ansturm der Gefühle.

Möglichkeiten-Modus

In diesem Modus arbeiten unsere Ideenfabriken auf höchstem Leistungsniveau. Der Möglichkeiten-Modus baut auf dem Träumer-Modus auf, aber es gibt ein zusätzliches Element: eine handelnde Komponente. Sie geben sich nicht damit zufrieden, nur Ideen zu entwickeln – Sie haben die Absicht, diese Träume wahr werden zu lassen. Da Innovation nicht nur durch Ideen geschaffen werden, sondern auch zum Leben erweckt werden müssen, ist der Nachteil des Träumer-Modus‘, dass wir niemals ausführen, nie wirklich die Belohnungen des Vollbringens genießen oder Spitzenleistungen erbringen. Der Möglichkeiten-Modus ist ein souveräner, positiver, halbvoller Zustand des Geistes. Ihre Haltung ist von ungezügelter Begeisterung geprägt: Sie sind bereit, alles und jedes zu versuchen, bis Sie erfolgreich sind. Aus Problemen werden Chancen. Hindernisse sind einfach Herausforderungen, die es zu überwinden gilt. Das Unmögliche dauert nur ein bisschen länger.

Den Modus wechseln, um die bestmögliche Leistung abzurufen

Es gibt vier Art und Weisen, wie Sie Ihren Geisteszustand beeinflussen können, um während Ihrer Arbeit die bestmögliche Leistung abrufen zu können. Diese werden im Folgenden näher erläutert:

  1. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Denkweise. Der Trainer und Referent Zig Ziglar empfahl immer: „Ein Checkup vom Hals nach oben ist der wichtigste Dialog, den Sie heute mit sich selbst führen werden.“ Während Sie von der Arbeit nach Hause fahren, fragen Sie sich: „In welcher Denkweise habe ich heute gearbeitet? In den letzten Tagen? Was war mein Selbstgespräch und warum? Welche Änderungen an Ihrer externen Umgebung sollten Sie vornehmen, um öfter in den Möglichkeiten-Modus zu gelangen?“
  2. Machen Sie eine Idee real. Schauen Sie sich Ihre Liste an Aktivitäten an. Suchen Sie sich eine heraus und setzen Sie sie um! Handeln beruhigt, heilt Trägheit und kann eine negative Einstellung verändern. Die Befriedigung, auch nur eine kleine Aufgabe zu erfüllen oder ein Reizmittel auszuschalten, kann zu weiteren Aktionen führen, die zu einem positiven Kreislauf führen. Nichts macht mehr Spaß, als eine Aufgabe auf der sprichwörtlichen "To-do-Liste“ durchzustreichen und hier ist der Grund dafür: Es verschiebt Ihren mentalen Modus von Defätistisch/Erhalt zu Träumer/Möglichkeiten.
  3. Zählen Sie bis zehn, um zu gewinnen. Um aus dem defätistischen Modus herauszukommen, sollten Sie Ihre Taten buchstäblich zählen. Um vom Erhalt-Modus in den Möglichkeiten-Modus zu wechseln, versuchen Sie, so viele Lösungen wie möglich für eine Herausforderung oder ein Problem zu finden, mit dem Sie gerade konfrontiert sind. Zwingen Sie sich dazu, aus dem Frontlappen Ihres Gehirns abzurufen: „Was sind zehn Möglichkeiten, um dieses Problem lösen können? Was sind zehn Gründe, warum Sie glücklich sind, am Leben zu sein?“ Nachdem Sie sich selbst bewiesen haben, dass Sie dies tun können, überlegen Sie, wie Sie anderen helfen können, ihre Denkweise zu verändern, um in leistungssteigerndere Modi zu gelangen.
  4. Lassen Sie Ihren Träumer-Modus herauskommen, um zu spielen. Eine meiner Lieblingstechniken ist die: "Wäre es nicht toll, wenn...?" Um sich selbst oder Ihren Kollegen zu helfen, sich in einen visionäreren Geisteszustand zu versetzen, laden Sie die Leute ein, Statements abzuwiegen, die mit "Wäre es nicht toll, wenn…" beginnen, und alles, was ihnen in den Sinn kommt, zu verbalisieren. „Wäre es nicht toll, wenn wir diese Quelle der Kundenreklamationen ein für alle Mal eliminieren könnten? Wäre es nicht toll, wenn wir die E-Mail der Firma nach 18 Uhr und vor 8 Uhr morgens stoppen könnten?“ Um diese Technik zu nutzen, laden Sie die Leute dazu ein, über ein Werbemittel, eine Aufgabe, ein Produkt oder ein Verfahren nachzudenken, die einer Aktualisierung bedürfen. Dann gehen Sie einen Schritt zurück und schauen Sie sich an, wie dies die vorherrschende Denkweise verändert hat.

Es ist sehr leicht, in einen der weniger produktiven Denkmodi zu verfallen, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Es ist ein unausweichlicher Teil der menschlichen Existenz, manchmal vom defätistischen oder Erhalt-Modus aus zu operieren. Aber Bewusstsein ist Macht. Werden Sie sich dessen bewusst, wenn Sie sich in einem negativen Modus befinden. Verwenden Sie dann die oben genannten Strategien, um in einen produktiveren Modus zu wechseln. Der Möglichkeiten-Modus ist das, was Sie suchen: Er ist der Ursprung der Produktivität, die Leistung wird drastisch gesteigert und Ihre Ideen werden fließen!

Quelle:  www.innovationresource.com

Übersetzt von Deborah Nasca, EBS Universität für Wirtschaft und Recht.

Schlagworte zum Thema:  Performance, Kreativität

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