Thesis zu Integrated Reporting bei Adidas mit Controlling-Nachwuchspreis ausgezeichnet
Zur 16. CIB am 12. November 2016 konnte Wolfgang Schneider, Arbeitskreisleiter im Internationalen Controller Verein e. V. (ICV), über 150 Teilnehmer in Berlin-Adlershof begrüßen. Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung standen Fragestellungen und Erfahrungsberichte, wie moderne Controller unter Nutzung moderner Technologien ihre Arbeit erfolgreich gestalten können. Die Anwesenden erlebten einen kurzweiligen Tag in bester Atmosphäre, denn interessante, abwechslungsreiche Beiträge führten zu einem wertvollen Erkenntniszuwachs.
Controlling-Nachwuchspreis für "Implementation of Integrated Reporting on the Example of Adidas"
Ein Höhepunkt war auch in diesem Jahr die Verleihung des Controlling-Nachwuchspreises. In ihrer Laudatio verwies Professorin Ute Vanini (FH Kiel) darauf, dass es für die Controllerpraxis von großer Bedeutung ist, dass sich Studierende nicht nur mit theoretischen Konzepten und Methoden, sondern auch mit deren praktischer Anwendung beschäftigen.
Bei ihrer Entscheidung hat die Jury vier Kriterien angelegt. Neben der wissenschaftlichen Fundierung ging es uns vor allem um die praktische Relevanz der Fragestellung, die direkte Umsetzbarkeit der entwickelten Konzepte und den Innovationsgrad der Abschlussarbeiten. Der Controlling-Nachwuchspreis wird von Haufe und der
Haufe Akademie gesponsert.
In diesem Jahr wurden insgesamt 23 Abschlussarbeiten aus allen Ländern der DACH-Region eingereicht, was einen neuen Teilnehmerrekord darstellt. Die Arbeiten decken vom klassischen Kostencontrolling und der Budgetierung über das Risikomanagement und Nachhaltigkeitscontrolling bis zu Rollenmodellen im Controlling die ganze Bandbreite des Controllings ab. Ebenso verteilen sich die einreichenden Institutionen über die gesamte Breite des Hochschulspektrums. Das spricht für eine breite Akzeptanz des Nachwuchspreises in der Hochschullandschaft.
Der 1. Platz des Controlling-Nachwuchspreises 2016 wurde an die herausragende Bachelorthesis von Selina Rogers von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg zum Thema "Implementation of Integrated Reporting on the Example of Adidas" vergeben, die von Prof. Roman Stoi betreut wurde. Die Arbeit überzeugt durch eine klare Problemformulierung und –abgrenzung sowie ein sehr strukturiertes Vorgehen zur Problembearbeitung. Die Analyse basiert auf einer umfassenden internationalen Literaturauswertung. Es werden konkrete Lösungsansätze in Form eines Prototyps und einer Roadmap zum Integrated Reporting für das Unternehmen entwickelt und nachvollziehbar dokumentiert. Die Ansätze für eine Integration des Reporting wurden teilweise bereits bei Adidas angewendet und lassen sich zum Teil auch auf andere Unternehmen übertragen.
Auszeichnungen auch für Arbeiten zu Integration von Risikomanagement und Controlling sowie Business Partnering in Practice.
Der 2. Platz ging an Fynn Kohn von der FH Kiel für seine Masterthesis "Integration von Risikomanagement und Controlling – Entwicklung von Szenarien und Simulationen zur Berücksichtigung von Risikoaspekten in der Unternehmensplanung der ACO Haustechnik Gruppe". Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung und Erprobung eines stochastischen Planungsmodells für ein Unternehmen, wobei sowohl verteilungs- wie auch ereignisabhängige Risiken modelliert werden. Es werden Anwendungsmöglichkeiten und –probleme diskutiert und die Prognosegüte durch eine Variation der Modellannahmen und eine Art von Backtesting überprüft. Aus der Masterthesis lassen sich vielfältige Weiterentwicklungsmöglichkeiten für eine risikoorientierte Planung des Unternehmens ableiten.
Der 3. Platz ging an Dominic Danial Djannesari von der WHU – Otto Beisheim School of Management für seine Bachelorthesis mit dem Titel "Business Partnering in Practice - The relationship between Controllers' roles and reporting practices", die von Professor Utz Schäffer betreut wurde. Sowohl in der wissenschaftlichen als auch in der praxisorientierten Literatur wird oftmals die Entwicklung des Controllers vom Erbsenzähler zum Business Partner thematisiert, unklar sind allerdings die Auswirkungen dieser Rollen auf die Controlling Praxis. Der Preisträger greift somit ein relevantes Thema auf und führt eine eigene empirische Untersuchung der Auswirkungen des Rollenverständnisses auf das Reporting eines Unternehmens durch, die zumindest in den Unternehmen das Bewusstsein für das Thema schärfen und Ansatzpunkte für eine Gestaltung der Controllerrolle bieten kann. Die Arbeit basiert auf einer umfassenden internationalen Literaturauswertung, die Ergebnisse sind nachvollziehbar im Anhang der Arbeit dokumentiert.
Nach der Verleihung des Preises wurden zwei Jury-Mitglieder aus diesem Gremium verabschiedet: Frau Prof. Ute Vanini und Ulrich Wilke wurde aus diesem Anlass herzlich für die langjährige und hervorragende ehrenamtliche Arbeit gedankt.
| Zum Foto von Preisträgern & Jury, v.l.n.r.: |
| Dr. Walter Schmidt, Jury; Fynn Kohn, 2. Preisträger, FH Kiel; Prof. Dr. Nicole Jekel, Jury; Prof. Dr. Roman Stoi, betreuender Professor DHBW; Gerhard Radinger, Jury; Selina Rogers, 1. Preisträgerin; Ulrich Wilke, Jury; Prof. Dr. Ute Vanini, Jury, FH Kiel; Matthias von Daacke, Jury, ICV-Vorstand. |
Die Fachvorträge der CIB im Überblick
Den Eröffnungsvortrag hielt in diesem Jahr zum Thema „Nutzung Informationstechnologie zur Entscheidungsfindung“ Dr. Joachim Jäckle, Corporate Senior Vice President der Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf. Sein Credo: Daten sind das „Öl des 21. Jahrhunderts“. Der Controller von morgen braucht für seine Arbeit technologisches Wissen und fachliches Know-how, denn: „Panta rhei“ (Heraklit).
Matthias von Daacke, Director Controlling, BLANCO GmbH und Co KG, Obererdingen und Mitglied des Vorstandes des ICV, charakterisierte den modernen Controller als Business Partner, Innovator und Treiber der Veränderungen. Er ging von seinen praktischen Erfahrungen aus und leitete Konsequenzen für das Controlling ab, wie zum Beispiel: Zahlen sind zu Informationen so aufzubereiten, dass der Empfänger einen Nutzen hat.
Die Digitalisierung als Herausforderung der Wirtschaftspraxis stand im Mittelpunkt des Vortrages von Prof. Dr. Nils Herda und Prof. Dr. Stefan Ruf von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Sie arbeiteten eindrucksvoll heraus, dass und was Start-ups und Hidden Champions voneinander lernen können.
Thorsten Jekel (jekel & team, Berlin) ist Controlling oftmals noch zu langsam – und: es werden die falschen Fragen gestellt. Die „richtigen Fragen“ beziehen sich aus seiner Sicht auf Geschwindigkeit, Zusammenarbeit, Verknüpfungen und Skalierbarkeit. Wichtig für ihn: mobil und nah am Kunden zu sein bei Nutzung geeigneter Systeme.
Die abschließenden Beiträge setzten sich mit praktischen Erfahrungen von Start-up-Unternehmen auseinander. Torsten Sabel, CEO, CA Customer Alliance GmbH Berlin, schilderte seine Erfahrungen mit den „Ups und downs“ in seinem Start-up. Für ihn entsteht Erfolg durch eine Kombination von Emotion („Bauchgefühl“) und Fakten. Interessant das Reporting/Controlling, das er praktisch nutzt: sechs Bereiche mit je zwei „Haupt“-KPI. Diese Erfahrungen aufgreifend erfolgt ein Abstrahieren durch den langjährigen Controlling-Trainer Manfred Grotheer, der viele Start-up-Unternehmen begleitete. Anhand des ICG-Controller-Leitbildes erläutert er Frage- und Problemstellungen, die erfahrungsgemäß in solchen Unternehmen auftreten. Abschließend stellt er ein strategisch-operatives Verbundformular vor, das nicht nur in Start-up-Unternehmen „Nachnutzer“ finden dürfte.
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