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Fusionen und Übernahmen erfolgreich gestalten: mehr als Zahlen

Bild: KPMG Global Research Report, 1999, Unlocking Shareholder Value: the keys to success

Fusionen und Übernahmen sind am erfolgreichsten, wenn harte und weiche Faktoren gleichermaßen berücksichtigt werden.

Motive für Fusionen und Übernahmen: Wachstum am wichtigsten

Wachstum ist der zentrale Grund für den Zusammenschluss mit anderen Unternehmen bzw. die Übernahme einer Firma. Zu den Wachstums-Motiven gehören insbesondere 

  • Der Ausbau von Marktanteilen mit 48 %
  • Die Ausweitung der geographischen Präsenz mit 35 % und
  • Die Expansion in wachsende Geschäftszweige mit 27 %.

Erst an vierter Stelle nennen die Befragten Kosteneinsparungen. Dies ist eine klare Trendwende im Vergleich zu den Vorjahren, die einen starken Kostenfokus bei Fusionen und Übernahmen (F&U) zeigten.

Allerdings wird die geänderte Motivlage noch nicht so deutlich, wenn es um die Preisberechnung des Kaufpreises geht. Hier dominieren ganz klar die erwarteten Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne mit 81 %. Mit 65 % folgt allerdings das Wachstum an zweiter Stelle. Insgesamt ist der Analyseaufwand vieler Unternehmen vor Vertragsabschluss noch ausbaufähig. Über 40 % der Befragten gaben an, sich gar nicht oder wenig um Synergieeffekte zwischen den Unternehmen zu kümmern. Nur etwas über ein Fünftel ist der Meinung, sehr viel Energie in die vorherige Analysearbeit zu investieren.

„Weiche“ Faktoren sind wichtig!

Unternehmen, die während einer Fusion oder Übernahme die sogenannten „weichen“ Faktoren im Blick haben, erhöhen den Erfolg der Transaktion um bis zu 26 %. Dass mitarbeiterbezogene Aspekten ebenso wichtig sind wie finanzielle Fragestellungen, ist den meisten Unternehmen bereits seit Jahren bewusst (siehe Abbildung 1). 

Die Herausforderungen mit den “weichen” Faktoren bleiben allerdings an vielen Stellen bestehen, weil wenige Unternehmen das Thema umfassend angehen. Zu den drei zentralen mitarbeiterbezogenen Erfolgsfaktoren bei F&U-Aktivitäten zählen klassischerweise die Retention von Leistungsträgern, die Berücksichtigung der Unternehmenskultur(en) sowie die Handhabung von Personalfreisetzungen. Weniger im Fokus stehen hingegen Vergütungspakete, Pensionsforderungen und Vertragsbedingungen.  

Von anderen Lernen: Was würden Sie besser machen?

Gefragt, was sie bei einer weiteren Übernahme oder Fusion anders machen würden, antworteten erfahrende Studienteilnehmer wie folgt: 

  • 19% würden mehr Sorgfalt bei der vorherigen Überprüfung der anderen Firma walten lassen
  • Auf Basis dieser Überprüfung würden weitere 17% die Integration deutlich schneller vollziehen, um die Motivation der Beteiligten nicht zu strapazieren.
  • Eine bessere Planung und einen größeren Fokus auf die Mitarbeiter und die Unternehmenskultur würden jeweils 11% der Befragten vornehmen.

Schlagworte zum Thema:  Akquisition, Post Merger Integration

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