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Schwerhörig durch Lärm am Arbeitsplatz

Lärm am Arbeitsplatz - wie in einer Flaschenabfüllanlage - macht schwerhörig
Bild: Haufe Online Redaktion

Tausende von Glasflaschen rattern stündlich übers Band. Der Lärm in der Abfüllanlage ist fast unerträglich. Doch viele, die hier arbeiten, hören ihn fast nicht mehr. Nicht, weil sich ihre Ohren daran gewöhnt haben, sondern weil sie eine berufliche Lärmschwerhörigkeit haben. Rund 400 Meldungen auf Verdacht darauf gehen jährlich bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) ein.

Laut BGN ist die Lärmschwerhörigkeit die häufigste Berufskrankheit in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Deshalb bietet die Berufsgenossenschaft spezielle Seminare für Beschäftigte an, die an Arbeitsplätzen tätig sind, an den Dauerlärm herrscht. Das Angebot richtet sich sowohl an bereits Geschädigte, an Hörgeräteträger, aber auch an Beschäftigte mit noch gesunden Ohren.

Die Verschlechterung des Hörvermögens findet schmerzfrei und schleichend statt

Für den Gesundheits- und Arbeitsschutz ist es eines der größten Probleme, wenn es um Lärm geht, dass die Verschlechterung des Hörvermögens schmerzfrei und schleichend stattfindet. Deshalb ist die wichtigste präventiven Maßnahmen – Gehörschutz tragen – so schwer zu vermitteln. Denn wer noch gut hört, kann es nicht glauben, was Lärm mit seinem Gehör machen kann. Doch wer lärmschwerhörig ist, wird nicht wieder gesund, sondern braucht medizinische Hilfe und technische Hilfsmittel, damit sich die Schwerhörigkeit nicht weiter ausbreitet und weiterhin ein normales Leben möglich ist.

Gehörschutz ist oft falsch eingestellt oder nicht dicht

Untersuchungen belegen, dass Gehörschutz häufig falsch eingestellt ist. Oft ist es so, dass der Gehörschutz zu stark dämmt. Doch das hat zur Folge, dass er nicht benutzt oder immer wieder abgesetzt wird. Denn andere Geräusche – wie Pausen- oder akustische Warnsignale – sind damit nicht zu hören und der Kontakt mit den Kollegen ist unterbunden. Eine weitere Erkenntnis der BGN ist, dass 50 % des eingesetzten Gehörschutzes undicht ist, also nicht ausreichend schützt.

Mit Hörtests lässt sich eine beginnende Schwerhörigkeit frühzeitig erkennen

Je größer der Lärm ist und so länger man in diesem Lärmbereich arbeitet, desto größer ist das Risiko, lärmschwerhörig zu werden. Deshalb sollten regelmäßige Hörtests bei der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung stattfinden. Wird eine beginnende Schwerhörigkeit erkannt, bekommt der Betroffene ein Hörgerät verordnet. An seinem Arbeitsplatz darf er dies aber nur tragen, wenn es ein so genanntes ICP-Hörgerät ist. Bei allen anderen Geräten droht die Gefahr, das Gehör weiter zu schädigen.

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Schlagworte zum Thema:  Lärm, Lärmschutz, Berufskrankheit

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