Zahlreiche Stressoren am Arbeitsplatz können physische oder psychische Folgeschäden verursachen. Bild: Haufe Online Redaktion

Arbeit kann krank machen. Wissenschaftler in den USA haben jetzt die Faktoren identifiziert, die für die Gesundheit gefährlich werden können.

In den Industrieländern nimmt harte körperliche Arbeit immer mehr ab. Durch den Arbeits- und Gesundheitsschutz sind auch die gesundheitsgefährdenden Situationen und Stoffe z. B. in der industriellen Produktion oder im Handwerk weniger geworden. Auf der anderen Seite leiden u. a. durch die Digitalisierung und die gewandelte Arbeitswelt immer mehr Menschen unter psychischen Stressfaktoren. Nicht verwunderlich, dass die meisten Stressoren, die sowohl körperlich als auch psychische Auswirkungen verursachen können, aus psychischen Belastungen resultieren.

Großteil der Stressoren sind auf Deutschland übertragbar

Wissenschaftler der Stanford Universität und der Harvard Business School haben insgesamt 288 Studien analysiert. Dabei haben sie die 11 Stressoren entdeckt, die in den USA für die meisten arbeitsbedingten Krankheits- und Todesfälle verantwortlich sind. Diese sind zum größten Teil auf die gesamte westliche Arbeitswelt und somit auch auf Deutschland übertragbar.

Fehlende Krankenversicherung und Passivrauchen eher USA-typisch

Einer der wichtigsten Stressoren für die Arbeitnehmer in USA fällt hier allerdings weg, die fehlende Krankenversicherung. Auch das Passivrauchen hat in Deutschland seit dem Nichtraucherschutzgesetz wahrscheinlich weniger Bedeutung als in Amerika.

Stressoren können physische und/oder psychische Folgeschäden verursachen

Die verbleibenden 9 Stressoren werden auch bei Studien in Deutschland immer wieder als Belastungen eingestuft, die physische bzw. psychische Folgeschäden verursachen können. Dabei handelt es sich um:

  • Leistungsdruck,
  • Überstunden,
  • geringen sozialen Rückhalt am Arbeitsplatz,
  • das Gefühl der Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz,
  • Schichtarbeit,
  • schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie,
  • Jobunsicherheit,
  • das Gefühl des Kontrollverlustes im Job sowie
  • Arbeitslosigkeit.

Überstunden und Work-Life-Balance Themen für die Prävention in deutschen Unternehmen

Mit mehr als 800 Mio. bezahlten Überstunden pro Jahr und steigender Tendenz ist dies aktuell ein bedeutender, mit Zahlen belegter Stressfaktor im deutschen Arbeitsalltag. Überstunden führen u. a. dazu, dass Beschäftigte zu wenige Entspannungszeiträume haben, ob mit oder ohne Familie. Und auch wenn Telearbeit in einigen Branchen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern kann, darf dabei u. a. nicht das Risiko der Einsamkeit oder das Thema der ständigen Erreichbarkeit unterschätzt werden.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliches Gesundheitsmanagement, Stress, Prävention

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