Bisher verfügt nur etwa ein Viertel aller Unternehmen in Deutschland über ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Und die wissen, dass es sich dabei um keine einmalige Angelegenheit handelt. Denn, so Nadine Pieck, Professorin für Gesundheitsförderung und Prävention in einem Interview: Ein BGM muss mitwachsen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist ein komplexes und anspruchsvolles Aufgabenfeld. Um es zu bewältigen, muss man sich mit dem Thema auseinander setzen und überlegen, wie man es umsetzen kann. Denn oft trifft das BGM auf alltägliche Routine und diese lässt sich meist nur schwer verändern. Dafür braucht es neben Wissen auch Kreativität und Geduld.

Am Anfang steht die Organisationsentwicklung

Da beim BGM alle Verantwortlichen und alle Mitarbeiter in allen Hierarchieebenen eingebunden werden müssen, steht am Anfang vor allem das Thema der Organisationsentwicklung. Ohne eine gute Organisation geht hier nichts. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass beim Thema Gesundheit, z. B. die Mitarbeitervertretung wahrscheinlich in einigen Punkten ein anderes Interesse vertritt als das Management.

So gelingt ein Betriebliches Gesundheitsmanagement auch in kleineren Betrieben

Nicht desto trotz: Auch wenn das Betriebliche Gesundheitsmanagement aufwendig erscheint, lohnt es sich. Prof. Pieck gibt im Interview auf der Internetseite des Projekts Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) Tipps, wie BGM – auch in kleineren Betrieben – gelingen kann.

  • Führen Sie eine Bestandsaufnahme durch.
  • Beteiligen Sie die Beschäftigten von Anfang an am BGM, in dem Sie z. B. eine Mitarbeiterbefragung durchführen oder nach Handlungsbedarf fragen.
  • Wählen Sie einen Bereich aus, den Sie zunächst bearbeiten bzw. verändern wollen.
  • Entscheiden Sie gemeinsam mit den Führungskräften, welche Prioritäten gesetzt werden sollen.
  • Achten Sie darauf, dass das Aufgabenfeld begrenzt und zu bewältigen ist.
  • Überlegen Sie, welche Ressourcen Sie und welche die Mitarbeiter brauchen, um eine Veränderung herbeiführen zu können.
  • Machen Sie einen gemeinsamen Auftakt.
  • Seien Sie offen für Bedenken.
  • Feiern Sie Erfolge, gönnen Sie sich eine Verschnaufpause und analysieren Sie dann, was Sie in Zukunft beibehalten und was Sie besser machen wollen.

Veränderungen verlangen ein sich ebenfalls veränderndes BGM

Letztlich sollte man nie vergessen, dass das Betriebliche Gesundheitsmanagement ein kontinuierlicher Prozess ist. Denn wer für gute Arbeitsbedingungen sorgen will, muss immer wieder überprüfen, ob sich etwas verändert hat. Gründe dafür können gesetzliche Vorgaben ebenso sein wie neue Rahmenbedingungen im Arbeitsumfeld.

 

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