Trotz Präventionsgesetz und steuerlichen Vorteilen profitieren nur knapp 4 % der Beschäftigten in Deutschland von der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Und die setzt zudem oft an der falschen Stelle an, wie Sabine Zimmermann von den Linken meint.

Die Krankenkassen erreichen mit ihren primärpräventiven und gesundheitsfördernden Angeboten jährlich ca. 5,1 Millionen Versicherte, wie der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV) schreibt. Dadurch sind auch die Ausgaben für Primärprävention und betriebliche Gesundheitsförderung seit der Einführung dieser Leistungen im Jahr 2000 stark gestiegen.

Umfangreiche Finanzmittel sollen Betriebliche Gesundheitsförderung anschieben

Seit 2008 kann ein Unternehmen pro Mitarbeiter und Jahr bis zu 500 Euro lohnsteuerfrei für Maßnahmen der Gesundheitsförderung investieren. Zudem trat 2015 das Präventionsgesetz in Kraft. Dadurch hat sich das Volumen der Kassenausgaben für die betriebliche Gesundheitsförderung in einem Jahr knapp verdoppelt. Es belief sich 2016 auf 147 Mio. EUR.

Nur 1,44 Mio. Beschäftigte profitieren von Betrieblicher Gesundheitsförderung

Die Zahlen mögen beeindrucken. Allerdings zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass von den Krankenkassenleistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung nur knapp 4 % der Beschäftigten in Deutschland profitierten. Von rund 37 Mio. Beschäftigten wurden nur knapp 1,44 Mio. in 13.172 Unternehmen von den Leistungen erreicht. Dies geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

Zu wenige Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Linken-Politikerin Sabine Zimmermann, Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestages, kritisiert, dass fast alle Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung auf das Verhalten der Beschäftigten abzielen würden. Nur die Hälfte der Maßnahmen hätte die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zum Schwerpunkt. So kämen Themen wie Zeit- und Arbeitsdruck oder unnötige körperliche Belastungen am Arbeitsplatz zu kurz.