Arbeitsunfälle durch Gewalt am Arbeitsplatz nehmen zu
Gewaltunfälle machten im Jahr 2016 rund 1,4 % aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle aus. Dabei gehen in die Unfallstatistik nur Fälle ein, die mehr als 3 Tage Arbeitsunfähigkeit verursachen. Die Zahl der Betroffenen von nicht meldepflichtigen Gewaltereignissen ist wesentlich höher.
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Arbeitsunfälle durch Gewalt am Arbeitsplatz - Handgreiflichkeiten und Überfälle nehmen zu
Besonders gefährdet sind Beschäftigte, die Kunden- oder Patientenkontakt haben. Dabei hat Gewalt am Arbeitsplatz viele Formen. So ereigneten sich die Übergriffe durch Dritte laut Arbeitsunfallbericht 2016 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zu
- 31 % in Krankenhäusern – hier besonders in psychiatrischen Krankenhäuser – und Pflegeheimen, z. B. durch Handgreiflichkeiten von Patienten gegenüber Pflegekräften,
- 20 % im öffentlichen Bereich, auf Straßen oder bei der Nutzung von Transportmitteln und
- 13 % in Läden und Geschäften, z. B. bei Überfällen auf Tankstellen.
Gewalt am Arbeitsplatz als Teil des beruflichen Alltags
Die höchsten Anteile von Gewaltunfällen an der Gesamtunfallzahl wurden im Bereich der Wach- und Sicherheitsdienste verzeichnet. Dort sind rund 25 % der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im Betrieb Gewaltunfälle. In Pflege- und Altenheimen liegt der Anteil bei etwa 10 %.
Unfallopfer erfahren Gewalt nicht nur als Folge eines Angriffs oder einer Beleidigung. Auch so genannte überraschende und erschreckende Unfallgeschehen haben zugenommen, wie z. B. Suizidversuche auf Bahngleisen oder Überfälle in Spielhallen. Dadurch stieg auch die Zahl derer, die unter einem traumatischen Erlebnis leiden. In 18 % der Fälle wurden psychische Folgen als Beeinträchtigung diagnostiziert.
Arbeitsunfälle durch Gewalt am Arbeitsplatz - Ursache für Anstieg nicht eindeutig zu erklären
Über die Ursache für den Anstieg lässt sich laut DGUV nur spekulieren. Gründe könnten sein:
- Die Beschäftigungsquote in der Pflege ist stark angestiegen, so dass es dort insgesamt mehr Unfälle gibt.
- Die Beschäftigten sind für das Thema Gewaltunfälle inzwischen stärker sensibilisiert, was zu mehr Meldungen führen könnte.
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