Umweltmanagement / 4 Umweltschutz mit System managen

4.1 Warum?

Umweltschutz hat insbesondere durch die Umweltproblematik sowie die Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit inzwischen eine hohe praktische Relevanz erlangt. Gute Unternehmen können es sich deshalb heute nicht mehr leisten, dieses Thema nicht engagiert anzugehen.

 

Wichtig

Umweltrisiken sind Unternehmensrisiken

Was liegt näher, als den Umweltschutz auch durch ein Managementsystem zu praktizieren? Helfen Sie dem Management durch Beispiele, Szenarien etc., dass es erkennt, Umweltrisiken sind immer auch Unternehmensrisiken. Dadurch steigt die Bereitschaft, sich ernsthaft mit dem Thema Umweltmanagement auseinanderzusetzen.

Wesentliche Beweggründe für die Anwendung eines Managementsystems für den betrieblichen Umweltschutz sind:

  • Nutzung eines erprobten Managementwerkzeuges zur erfolgversprechenden Vermeidung von Umweltrisiken;
  • Reduzierung bzw. Verminderung von Haftungsrisiken;
  • Senkung der Kosten durch Nutzung von Synergien sowie einen präventiven, produktionsintegrierten Umweltschutz;
  • Vermeidung unnötiger Kosten durch Abfallvermeidung sowie die Einsparung von Material-, Entsorgungs- und Energiekosten;
  • Erhöhung der Rechtssicherheit (das Risiko, rechtliche Anforderungen nicht zu kennen wird reduziert, die Verantwortlichkeiten für die Umsetzung geklärt und die Umsetzung verfolgt, bewertet und kontinuierlich verbessert);
  • Anregungen für ökologische Produkt- und Verfahrensinnovationen;
  • Verbesserung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens;
  • Aussicht auf einen betrieblichen Nutzen.
 

Wichtig

Betrieblicher Nutzen

Ein betrieblicher Nutzen des Umweltschutzes entsteht v. a. durch:

  • eine Risikominimierung infolge geregelter Abläufe bei Notfällen und umweltrelevanten Unfällen;
  • ein verbessertes Unternehmensimage (Schaffung von Vertrauen und wichtiges Argument bei der Fachkräftebindung und -gewinnung);
  • eine höhere Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und damit eine Steigerung der Motivation;
  • Erfüllung von Kundenerwartungen bzw. -forderungen;
  • Marktvorteile durch umweltverträglichere Produkte.

4.2 Was ist ein Umwelt-Managementsystem?

Die Einführung eines betrieblichen Umwelt-Managementsystems (UMS) ist freiwillig. Ein UMS umfasst die systematische Planung, Steuerung, Überwachung und Verbesserung aller Maßnahmen des betrieblichen Umweltschutzes sowie eine umweltorientierte Betriebs- und Mitarbeiterführung. Die Einführung eines UMS basiert auf der freiwilligen Entscheidung eines Unternehmens. Es existiert hierfür derzeit keine gesetzliche Verpflichtung und es ist auch keine zu erwarten.

Für den Aufbau eines zertifizierbaren/validierbaren UMS kann man 2 verschiedene Wege gehen:

  1. Orientierung an der DIN ISO 14001 oder
  2. der EMAS-Verordnung (Environmental Management and Audit Scheme).

Beide Systeme gewährleisten eine kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes, wobei EMAS über die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen als Mindeststandard hinausgeht.

 

Wichtig

Parallelen zum Arbeitsschutzmanagement

Ein UMS dient primär dem betrieblichen Umweltschutz. Infolge seiner Parallelen zum Arbeitsschutz (z. B. Berücksichtigung von Arbeits- und Umweltschutzbelangen bei Beschaffungen, sicherer und umweltverträglicher Umgang mit Gefahrstoffen, ganzheitliche Ein- und Unterweisungen, integrierte Sicherheits- und Öko-Audits) trägt es auch zur Reduzierung von Gefährdungen, z. B. durch Gefahrstoffe, bei. Verknüpft ein Unternehmen beides, verschafft es sich wirkungsvolle Strukturen und Verantwortlichkeiten, mit denen sich der Arbeits- und Umweltschutz in die betrieblichen Prozesse integrieren und kontinuierlich verbessern lässt. Ein Beispiel hierfür ist SCC.

Bei einem Arbeitsschutzmanagement, das sich an der DIN ISO 45001 orientiert, existiert durch die sog. High-Level-Structure eine einheitliche Grundstruktur der normorientierten Managementsysteme für die Qualität (QMS), die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (AMS) und den betrieblichen Umweltschutz. Daraus resultieren viele Synergien.

4.3 Wie funktioniert ein Umwelt-Managementsystem?

Umweltschutz mit System managen steht für ein systematisches, zielorientiertes Organisieren des betrieblichen Umweltschutzes und die gemeinsame, professionelle, von den Führungskräften gemanagte Umsetzung. Damit ist das Umweltmanagement Teil der Führung eines Unternehmens bzw. das Subsystem, das die konsequente, effektive und effiziente Erfüllung der öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen und sonstiger Vorgaben bezüglich des Umweltschutzes managt.

Ein Kernstück eines Umwelt-Managementsystems ist die Festlegung der innerbetrieblichen Abläufe, der Zuständigkeiten und Verantwortungen zur Verbesserung der betrieblichen Umweltsituation. Durch die Erkenntnis, dass auch unsere Umwelt als ein begrenzter Produktionsfaktor gleichbedeutend neben den Faktoren Arbeit und Kapital nicht frei verfügbar ist, sind umweltbewusst geführte Unternehmen gerne bereit, zukunftssichere, umweltverträgliche und kostensparende Lösungen für ihren Betrieb einzusetzen.

Ein Umwelt-Managementsystem setzt sich aus den folgenden Phasen zusammen:

Phase 1: Umweltprüfung

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