Hand- und Armschutz

Zusammenfassung

 

Begriff

Schutzhandschuhe sind Handschuhe, die als Persönliche Schutzausrüstung die Hände vor Schädigungen durch mechanische, thermische und chemische Einwirkungen sowie vor Mikroorganismen, elektrischer Durchströmung und ionisierender Strahlung schützen. Armschutz ist eine Persönliche Schutzausrüstung, die den Unterarm und/oder den Oberarm vor Gefährdungen schützt. Zum Schutz des Unterarms dient häufig die längere Stulpe des Schutzhandschuhs. Den Oberarm schützt man am besten durch den Einsatz von Schutzärmeln. Armschutz gibt es hauptsächlich zum Einsatz gegen elektrische, mechanische, thermische und chemische Gefährdungen.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass trotz technischer und organisatorischer Schutzmaßnahmen mit Gefährdungen der Hände oder Arme zu rechnen ist, muss den Mitarbeitern als Persönliche Schutzausrüstung Hand- bzw. Armschutz zur Verfügung gestellt werden. Neben der PSA-Benutzungs-Richtline 89/656/EWG (wird ab 21.4.2018 durch die PSA-Verordnung (2016/425/EU) abgelöst) ist auch die PSA-Benutzungsverordnung zu berücksichtigen. Weitere Vorgaben ergeben sich aus:

  • DGUV-R 112-195 "Einsatz von Schutzhandschuhen": bei der Auswahl und Benutzung von Schutzhandschuhen zum Schutz gegen schädigende Einwirkungen mechanischer, thermischer und chemischer Art sowie gegen Mikroorganismen und ionisierende Strahlen.
  • DGUV-R 112-200 "Benutzung von Stechschutzhandschuhen und Armschützern": bei der Auswahl und die Benutzung von Handschuhen, Stulpen und Armschützern zum Schutz gegen Schnitt- oder Stichverletzungen.

Darüber hinaus sind zahlreiche Normen bedeutsam, z. B. die EN 420 – Schutzhandschuhe – Allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren oder EN 374 – Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen.

1 Berufskrankheit Haut

Die Berufskrankheit "Haut" (BK 5101) gehört zu den häufigsten Berufskrankheiten. Ein Großteil davon sind sog. Kontaktekzeme, die aufgrund chemischer Stoffe oder physikalischer Einwirkungen entstehen. Betroffen sind in den meisten Fällen die Hände und Arme. Dies ist nicht verwunderlich, da die Beschäftigten sehr viele Tätigkeiten mit den Händen ausüben.

2 Arten von Hand- und Armschutz

Einige Inhaltsstoffe von Handschuhen haben sich immer wieder als gesundheitsschädlich erwiesen. Gerade in elastischen Handschuhen kommt eine Vielzahl potenziell allergieauslösender Stoffe vor, allen voran Naturlatex, das hoch problematisch ist. Es sollte nur noch in nicht vermeidbaren Ausnahmefällen eingesetzt werden und muss dann bestimmten Anforderungen genügen, z. B. ungepudert eingesetzt werden Abschn. 6.4.2 TRGS 401. Stattdessen sind heute elastische Handschuhe Standard (z. B. aus Vinyl oder Nitrilkautschuk), die möglichst nicht (für einfacheres Anziehen) gepudert sein sollten. Puder belastet in Verbindung mit Schweiß die Haut zusätzlich und kann dazu führen, dass allergieauslösende Stoffe in die Atemwege transportiert werden. Tab. 1 zeigt eine Übersicht von Handschuhmaterialien.

Problematisch sind auch Gerb-, Farb- und Beschichtungsstoffe in Leder- oder Textilhandschuhen, die gerade bei billigen Produkten nicht deklariert sind. Markenhersteller liefern hier bessere Produktqualität und Dokumentation.

 
Handschuhmaterialien
Leder
  • Narbenleder
  • Spaltleder
  • Schrumpfarme Spezialleder
Kunststoffe

Vernetzbare Elastomere, wie

  • Naturkautschuk, Naturlatex (NR),
  • Chloroprenkautschuk, Chloroprenlatex (CR),
  • Nitrilkautschuk, Nitrillatex (NBR),
  • Butylkautschuk, Butyl (IIR),
  • Fluorkautschuk (FKM).

Thermoplaste, wie

  • Polyvinylchlorid (PVC),
  • Polyvinylalkohol (PVAL),
  • Polyethylen (PE).
Gummi  
Textilfasern
  • Naturfasern
  • Chemiefasern
Metall z. B. Metallgeflechthandschuhe zum Schutz gegen Stich- und Schnittverletzungen oder als metallarmierte Handschuhe zum Schutz gegen Schnittverletzungen
Material­kombinationen Kombinationen aus den o. g. Materialien

Tab. 1: Beispiele für Handschuhmaterialien

Es werden folgende Kategorien unterschieden:

  • Kategorie I: minimale Risiken, geringe Schutzanforderungen;
  • Kategorie II: mittlere Risiken, Schutz gegen z. B. mechanische Gefährdung;
  • Kategorie III: Schutz gegen irreversible Schäden und tödliche Gefahren, z. B. durch Chemikalien, Mikroorganismen, Hitze, Kälte, Strahlung, Strom).

Tab. 2 zeigt Beispiele für Hand- und Armschutz.

 
Norm Kategorie Beispiel Material Beschreibung
EN 420 I Latex Einfache Ausführung (allgemein als "Putzhandschuh" bezeichnet)
EN 388 Schutzhandschuhe gegen mechanische ­Risiken II Rindvollleder Mechanischer Schutzhandschuh
II Baumwollträger mit Nitril-Beschichtung Mechanischer Schutzhandschuh
II Polyamid/Baumwolle mit Noppen Arbeitshandschuh mit Noppen
II Nylon mit Nitril-Beschichtung Beschichteter Schutzhandschuh
II Baumwoll-Interlock mit Nitril-Beschichtung Mechanischer Schutzhandschuh
  II Nitrilschaumstoff mit Innenhandbeschichtung Beschichteter Schutzhandschuh mit ESD-Schutz
  III Kevlar-Strick mit Latex-Beschichtung Schnittschutzhandschuh
  II

Kunstleder, Elastomer,

Cordura, ­Tyvek, Outlast
Antivibrationsschutzhandschuh
  III Dyneema Unterarm-Schnittschutz

EN 12477

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