Hier werden die Belastungen von Nacken, Rücken und Beinen bewertet. Die Kriterien dafür sind:

  • eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten,
  • statische Haltungsarbeit der Rumpf-, Nacken- und Schultermuskulatur,
  • ungünstige Gelenkstellungen,
  • lang anhaltendes Stehen.
 
Achtung

Typische Körperhaltungen

Hier werden typische Körperhaltungen bewertet! Da nicht jedes Gelenk einzeln bewertet werden kann, muss eine Gesamteinschätzung gemacht werden. Seltene Abweichungen können vernachlässigt werden. Die Piktogramme im Formblatt und die Beschreibungen erleichtern dabei die Einteilung.

 
Praxis-Tipp

Einstufungshilfe

In der Broschüre und im erweiterten Formblatt der LMM manuelle Arbeit werden die Kopf- und Rumpfbewegungen grafisch dargestellt. Die Risikobereiche sind rot gekennzeichnet.

Für die Körperhaltungen gibt es 4 Gruppen mit den folgenden Wichtungen:

  1. gut: 0

    • ein Wechsel von Sitzen und Stehen, von Stehen und Gehen ist möglich,
    • oder: dynamisches Sitzen,
    • die Hände oder Arme können bei Bedarf entlastet/aufgelegt werden,
    • es gibt bei der Körperhaltung keine Verdrehungen,
    • die Kopfhaltung ist variabel,
    • kein körperfernes Greifen
    • es wird nicht über Schulterhöhe gegriffen,
  2. eingeschränkt: 1

    • der Rumpf ist leicht nach vorne geneigt,
    • die Tätigkeit wird überwiegend im Sitzen mit nur gelegentlichem Stehen und Gehen ausgeführt,
    • gelegentliche Rumpfdrehung/-seitneigung erkennbar,
    • gelegentliche Abweichung von einer "neutralen", guten Kopfhaltung/-bewegung,
    • es kommt nur gelegentlich zum Greifen über Schulterhöhe.
  3. ungünstig: 3

    • der Rumpf ist deutlich vorgeneigt und/oder verdreht,
    • die Kopfhaltung ist zur Detailerkennung vorgegeben,
    • die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, Kopfhaltung zur Detailerkennung vorgegeben,
    • es wird ausschließlich gestanden oder gesessen, ohne zu gehen,
    • häufige Abweichung von einer guten "neutralen" Kopfhaltung,
    • es wird häufig über Schulterhöhe oder ständig körperfern gegriffen.
  4. schlecht: 5

    • der Rumpf wird stärker vorgeneigt und verdreht,
    • die Körperhaltung ist streng fixiert,
    • die Arbeit erfordert visuelle Kontrolle über eine Lupe oder ein Mikroskop,
    • der Kopf ist stark geneigt oder verdreht,
    • es muss sich häufig gebückt werden,
    • Arbeiten im Knien, Hocken, Liegen,
    • es kommt ständig zum körperfernen Greifen oder zum Greifen über Kopfhöhe.
 
Praxis-Beispiel

Sichtkontrollarbeitsplatz

Hier wird überwiegend gesessen und nur selten gestanden oder gegangen – das bedeutet die Wichtung 1. Um Details besser erkennen zu können, ist aber der Rumpf deutlich vorgeneigt – das bedeutet die Wichtung 3. Hier kann interpoliert und die Wichtung mit 2 angesetzt werden.

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