Klimapolitik

Emissionshandel 2025: über 21 Milliarden Euro flossen in den Klimafonds


Über 21 Milliarden Euro flossen in den Klimafonds

Der Emissionshandel entwickelt sich immer mehr zu einem wichtigen finanziellen Instrument der deutschen Klimapolitik. 2025 flossen über 21 Milliarden Euro aus europäischen und nationalen CO2-Preisen in den Klima- und Transformationsfonds – deutlich mehr als im Vorjahr. Warum die Einnahmen steigen, welche Sektoren zahlen und was sich in den kommenden Jahren ändert.

Drei Milliarden Euro mehr als im vergangenen Jahr

Der Emissionshandel gewinnt weiter an Gewicht, sowohl klimapolitisch als auch finanziell. 21,4 Milliarden Euro nahm Deutschland 2025 aus dem europäischen und nationalen Emissionshandel ein. Das sind knapp drei Milliarden Euro mehr als 2024. Sämtliche Erlöse fließen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), der zentrale Investitionen in Klimaschutz, Energieeffizienz und Transformation finanziert.

Die Zahlen veröffentlichte die Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt. Für die Bundesregierung ist der Emissionshandel längst mehr als ein Lenkungsinstrument, wie in der Medienaussendung zu lesen ist:

„Der Emissionshandel hat sich zum zentralen sektorübergreifenden Klimaschutzinstrument entwickelt“, erklärt UBA-Präsident Dirk Messner. In Kombination mit weiteren Maßnahmen setze die CO2-Bepreisung „entscheidende Impulse für den klimaschonenden Umbau unserer Gesellschaft“.

Zwei Systeme, ein Fonds

Die Einnahmen stammen aus zwei Systemen: dem europäischen Emissionshandel (EU-ETS 1) und dem nationalen Emissionshandel (nEHS) für Wärme und Verkehr. 

Der EU-ETS 1 umfasst Emissionen aus Energieerzeugung, energieintensiver Industrie, dem innereuropäischen Luftverkehr sowie dem Seeverkehr. 2025 erzielte Deutschland hier 5,4 Milliarden, das sind leicht weniger als 2024. Der Rückgang erklärt sich nicht durch sinkende Preise, sondern durch geringere Auktionsmengen: Die Zahl der verfügbaren Zertifikate wurde weiter reduziert, um Emissionen zu begrenzen. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Preis auf rund 74 Euro pro Tonne CO2.

Deutlich dynamischer entwickelte sich der nationale Emissionshandel. Er brachte rund 16 Milliarden Euro ein – ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ursache ist vor allem der gestiegene Festpreis von 55 Euro pro Zertifikat (2024: 45 Euro). Die verkauften Mengen blieben nahezu konstant, was den anhaltend hohen Ausstoß im Gebäude- und Verkehrssektor widerspiegelt.

„Die umfangreichen Verkaufsmengen im nEHS spiegeln das mit Blick auf die Klimaziele deutlich zu hohe Emissionsniveau im Gebäude- und Verkehrsbereich wider“, sagt Christoph Kühleis, kommissarischer Leiter der Deutschen Emissionshandelsstelle.

Wofür das Geld eingesetzt wird

Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen vollständig in den KTF. Gefördert werden unter anderem energetische Gebäudesanierungen, Dekarbonisierung industrieller Prozesse, Ausbau erneuerbarer Energien und Elektromobilität. Damit verbindet der Emissionshandel laut Umweltbundesamt Lenkungswirkung und Finanzierung. UBA-Präsident Messner spricht dabei von einem „Dreiklang aus ambitioniertem Klimaschutz, Sozialverträglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit.“

Ausblick: höhere Preise und europäische Weichenstellung

Ab 2026 werden Zertifikate im nEHS erstmals in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro versteigert. Ab 2028 soll der nationale Handel weitgehend im neuen EU-ETS 2 aufgehen. Dieser europäische Emissionshandel für Brennstoffe soll Gebäude und Verkehr stärker unter Transformationsdruck setzen und zugleich neue Einnahmen für soziale Ausgleichsmaßnahmen schaffen.


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