Deutschland rutscht im Klimaschutz-Ranking leicht ab
Deutschland ist im internationalen Vergleich beim Klimaschutz leicht zurückgefallen. Die Bundesrepublik belegt im jährlichen Index, der am Mittwoch von den Umweltorganisationen Germanwatch und dem NewClimate Institute auf der Weltklimakonferenz in Baku vorgestellt wurde, Platz 16 - zwei Plätze schlechter als im Vorjahr. Gründe sind die „Problembereiche“ Verkehr und Gebäude, die zu schleppend elektrifiziert werden, sagte Hauptautor Jan Burck von Germanwatch. Positiv seien dagegen Deutschlands Fortschritte im Ausbau Erneuerbarer Energien, doch betreffe das quasi nur den Strommix. Mit Platz 16 reicht es für Deutschland nur noch zur Einstufung „mäßig“ statt „gut“ - und gleich sechs EU-Staaten schneiden besser ab.
Erneuerbare Energien „mit Wucht auf der Überholspur“
Weiter heißt es im Klimaschutz-Index, dass in fast allen Staaten, die viel klimaschädliche Treibhausgase ausstoßen, die Elektrifizierung und Erneuerbare Energien „mit Wucht auf der Überholspur“ seien. Das treibe aber noch wenige Staaten an, sich konsequent von fossilen Energien zu verabschieden, insbesondere von Gas. Dennoch sei der Höhepunkt der weltweiten Emissionen in greifbarer Nähe. „Nun kommt es darauf an, dass wir in einen schnellen Sinkflug kommen. Und da könnte die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus ein Bremsklotz werden, sagte Niklas Höhne vom NewClimate Institute und Co-Autor. Die vier Letztplatzierten im Index - Iran, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Russland gehörten zu den größten Öl- und Gasproduzenten der Welt. „Dort ist keine Abkehr vom fossilen Geschäftsmodell erkennbar“, sagte Höhne.
Der Index bewertet die Bemühungen von 63 Ländern und der EU, diese umfassen mehr als 90 Prozent aller klimaschädlichen Treibhausgasemissionen.
Erste drei Plätze bleiben leer
Wie in den Vorjahren bleiben die ersten drei Plätze leer - weil den Autoren zufolge kein Land genug für den Klimaschutz macht, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Gemeint ist das 2015 in Paris vereinbarte Ziel, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.
Dänemark führt wie in den Vorjahren das Ranking an. Die beiden größten Emittenten, China und die USA, finden sich in der Kategorie „sehr schlecht“ (Plätze 55 und 57). In China gebe es zwar beispiellosen Boom bei den Erneuerbaren Energien, doch fehle es an einer klaren Abkehr von Kohle, Öl und Gas. Und in Amerika sei der Ausstoß von Treibhausgas pro Kopf mit 15,8 Tonnen Kohlendioxid noch immer sehr hoch. Die Wahl Trumps sei sicher keine gute Nachricht, aber wie stark die Klimapolitik zurückgeworfen werde, bleibe abzuwarten. „Auch Trump kann den Boom der erneuerbaren Energien nicht aufhalten“, sagte Höhne.
Zu den größten Absteigern gehören die Schweiz (minus zwölf Plätze auf 33), Finnland (minus elf auf 37) und Argentinien (minus sechs auf 59). Alle drei haben bei der Bewertung der Klimapolitik viel schlechtere Bewertungen bekommen.
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