Japan veröffentlicht IFRS-basierte Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
Das Sustainability Standards Board of Japan (SSBJ) hat die ersten Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung in Japan veröffentlicht. Diese basieren auf den Standards des International Sustainability Standards Board (ISSB) der IFRS. Es wird erwartet, dass sie zukünftig die verpflichtende Berichterstattung zu nachhaltigkeits- und klimabezogenen Themen für börsennotierte Unternehmen in Japan darstellen werden.
Steigende Transparenzanforderungen in Japan
In den letzten Jahren haben japanische Aufsichtsbehörden und Börsen die Transparenzanforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit kontinuierlich erhöht. So hat die Tokyo Stock Exchange im Jahr 2021 ihren Corporate Governance Code überarbeitet, der von börsennotierten Unternehmen die Offenlegung klimarelevanter Informationen gemäß den TCFD-Empfehlungen sowie die Berichterstattung über Nachhaltigkeitsstrategien nach dem Comply-or-Explain-Ansatz verlangt.
Im Jahr 2022 wurde innerhalb der japanischen Financial Accounting Standards Foundation (FASF) das SSBJ mit dem Ziel gegründet, Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln. Um die internationale Vergleichbarkeit zu gewährleisten, hat der SSBJ beschlossen, seine neuen Standards an die ISSB-Standards anzupassen.
Reduzierung der Unterschiede zu den ISSB-Standards
Bei der Vorstellung der finalen Standards erklärte das SSBJ, dass es die Diskrepanzen zwischen seinen Standards und denen des ISSB auf Basis der Rückmeldungen zu den Entwürfen reduziert hat. Das SSBJ beabsichtigt, in Kürze eine Übersicht über die Unterschiede zwischen seinen Standards und denen des ISSB zu veröffentlichen. Gleichzeitig wurde betont, dass man alle Anforderungen des ISSB übernommen habe, aber bei Bedarf rechtliche Alternativen hinzugefügt habe, die von den Unternehmen genutzt werden können.
Yasunobu Kawanishi, Vorsitzender des SSBJ, sagte, dass aufgrund der Rückmeldungen zu den Entwürfen die Unterschiede zu den ISSB-Standards weiter minimiert worden seien. Obwohl noch einige Unterschiede bestehen, verpflichtet sich der SSBJ, die Entwicklung der Offenlegungspraxis sowohl in Japan als auch international zu beobachten und die SSBJ-Standards gegebenenfalls anzupassen.
Insgesamt hat das SSBJ drei Standards veröffentlicht. Diese umfassen den universellen Standard für die Nachhaltigkeitsoffenlegung, den themenbezogenen Offenlegungsstandard Nr. 1 für allgemeine Angaben und den themenbezogenen Offenlegungsstandard Nr. 2 für klimabezogene Angaben. Während die klimabezogenen Angaben dem IFRS S2 entsprechen, hat das SSBJ zwei Standards veröffentlicht, die dem IFRS S1 entsprechen. Der universelle Standard umfasst die grundlegenden Anforderungen für nachhaltigkeitsbezogene Finanzinformationen, während der Standard für allgemeine Angaben den Kern des IFRS S1 abdeckt, der Risiken und Chancen im Bereich Nachhaltigkeit beschreibt.
-
EmpCo-Richtlinie: Ein scharfes Schwert gegen Greenwashing
98
-
PPWR in der Praxis: Lieferantendaten und die nächsten Schritte für den Mittelstand
59
-
EU-Kommission verabschiedet überarbeitete Nachhaltigkeitsberichtsstandards
59
-
VSME wird zum VS – Kommission verabschiedet „Voluntary Standard“
49
-
ESG – Definition und Bedeutung für Unternehmen und Investoren
48
-
Von „grün“ zu gerichtsfest: Die EmpCo verändert die Nachhaltigkeitskommunikation
42
-
Wesentlichkeitsanalyse nach CSRD: ein dynamisches Projekt
11
-
Berufsfeld Nachhaltigkeit: Gehälter und Budgets im Sinkflug
10
-
CSRD Stakeholderanalyse: So gelingt die Einbeziehung von Interessengruppen
9
-
Warum ESG-Daten kein Unternehmen verändern
9
-
Kompass für komplexe Regulatorik: Wie Plattform-Ansätze und KI das Product Compliance Management revolutionieren
25.08.2026
-
Zwischen Wirkung und Wahrnehmung: Warum die Positionierung von Nachhaltigkeitsteams über ihren Impact entscheidet
24.08.2026
-
Biodiversität in der Bankenstrategie: Was ein neues Positionspapier über Ambition und Kennzahlen verrät
21.08.2026
-
Freiwillig, digital, kostenlos: DNK macht Nachhaltigkeitsberichterstattung zugänglich
20.08.2026
-
Nord, Ost, Süd, West: Wo schwitzen zum betriebswirtschaftlichen Risiko wird
19.08.2026
-
Value Chain Cap: Ablehnen dürfen heißt nicht ablehnen können
18.08.2026
-
Strategy? Policy? Strategie? - Was die ESRS-Übersetzungskorrekturen für die Praxis bedeuten
14.08.2026
-
Hitze hat einen Preis – 6,3 Milliarden Gründe jetzt zu handeln
12.08.2026
-
CBAM – wo Unternehmen heute stehen und was jetzt zu tun ist
06.08.2026
-
KI im Nachhaltigkeitsmanagement: Wo sie wirklich Mehrwert schafft
05.08.2026