Erste Tätigkeitsstätte: Zuordnung zu einer Baustelle

Das FG Münster hat entschieden, dass eine Baustelle auch dann keine erste Tätigkeitsstätte des Arbeitnehmers darstellt, wenn er von seinem Arbeitgeber wiederholt befristet dort eingesetzt wird und wenn der Einsatz insgesamt ununterbrochen länger als 4 Jahren andauert.

Einsatz auf einer Baustelle 

Vor dem FG Münster klagte eine angestellter Elektromonteur. Der Kläger war seit mindestens 2010 ununterbrochen auf der Baustelle der Auftraggeberin seiner Arbeitgeberin eingesetzt. Die Auftraggeberin erteilte mehrere befristete Aufträge an die Arbeitgeberin von längstens 36 Monaten. Entsprechend wurde der Kläger hierfür auf der Baustelle eingesetzt. Im Arbeitsvertrag wurde dem Kläger keine erste Tätigkeitsstätte zugeordnet.

Ansatz von Reisekosten als Werbungskosten

Der Kläger wollte Fahrtkosten und Verpflegungsmehraufwendungen geltend machen. Das Finanzamt  berücksichtigte jedoch nur die Entfernungspauschale. Nach Auffassung des Finanzamts war die Baustelle nach einem Einsatz von mehr als 48 Monaten zur ersten Tätigkeitsstätte des Klägers geworden. Dem stimmte das FG Münster jedoch nicht zu und gab der Klage vollumfänglich statt. 

FG Münster, Urteil v. 25.3.2019, 1 K 447/16 E, veröffentlicht mit Newsletter des FG Münster v. 15.5.2019