Erzieher für die Besetzung der Kita-Plätze fehlen
Die Zusicherung der Bundesregierung, dass zum 1.8.2013 ausreichend Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren zur Verfügung stehen werden, stößt auf Skepsis. Der Deutsche Städtetag vertritt die Meinung: "Die Angaben der Länder seien deutlich überzeichnet".
Geplante Kita-Plätze stehen noch nicht zur Verfügung
Darüber hinaus stehe ein großer Teil der in Planung befindlichen Kita-Plätze noch nicht zur Verfügung, berichtet eine Zeitung unter Berufung auf ein internes Schreiben von Städtetag-Hauptgeschäftsführer Stephan Articus.
Nach Darstellung des Familienministeriums könnten zum Stichtag mehr als 800.000 Plätze bereitstehen, mehr als ursprünglich geplant. Am 1.8.2013 tritt der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ein- und zweijährige Kinder in Kraft.
Bundesanstalt für Arbeit rechnet mit Mangel an Erziehern
Nach Einschätzung der Bundesanstalt für Arbeit verschärft der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kleinkinder den Mangel an ausgebildeten Erziehern. Bis 2016 rechne die Bundesbehörde mit einer Lücke von 20.500 Fachkräften, berichtete eine Zeitung unter Berufung auf ein internes Papier.
Kita-Plätze erfordern Umschulungen zur Erzieherin
Zudem könnten viele arbeitslose Kandidatinnen in diesem Jahr nicht die gewünschte Umschulung zur Erzieherin beginnen. "Wir haben derzeit 1.500 Kandidatinnen in der Warteschleife", zitiert das Blatt eine Behördensprecherin. Alle hätten einen Eignungstest gemacht, viele auch ein Schnupperpraktikum. Allerdings hätten einige Bundesländer wie Niedersachsen oder Thüringen bislang nicht die nötigen Voraussetzungen für die Weiterbildungsmaßnahmen geschaffen.
Qualitäts-Sicherung der Kinder-Betreuungsplätze durch zusätzliche Erzieher
Sorgen um die Qualität der frühkindlichen Bildung äußerte der Deutsche Kinderschutzbund. "Wenn wir jetzt mehr als 800.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige haben, (...) ist (das) ein atemberaubender Zuwachs", sagte Präsident Heinz Hilgers. Allerdings wären dann "60.000 Erzieherinnen und Erzieher zusätzlich notwendig", um die Qualität der Betreuungsplätze zu sichern.
Klare Vorgaben für Personalschlüssel und Qualität von Kita-Plätzen
"Mir kann niemand erzählen, dass man so viel Extra-Personal eingestellt hat", sagte Hilgers. «Das gibt der Arbeitsmarkt nicht her. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit in so kurzer Zeit". Er gehe davon aus, "dass die Personalschlüssel heimlich, still und leise weiter verschlechtert worden" seien, was "einen massiven Qualitätsverlust" bedeute. Als Konsequenz forderte Hilgers ein Bundesgesetz, das den Ländern klare Vorgaben für Personalschlüssel und Qualität macht.
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