Arbeitslosengeld I nach befristeter Beschäftigung
Das Sozialgericht Speyer hat mit einem Urteil entschieden, dass auch im Anschluss an eine befristete Beschäftigung der Bezug von Arbeitslosengeld I möglich ist.
Der Fall
In dem Urteilsfall hatte die Bundesagentur für Arbeit dem Kläger - einem Maurer - den Bezug von Arbeitslosengeld I verweigert. Der Kläger war 50 km von seinem Wohnort entfernt für seinen Arbeitgeber tätig. Der Maurer kündigte diese Stelle um anschließend in einem Betrieb nahe seines Wohnortes zu arbeiten. Dieses Arbeitsverhältnis war allerdings auf 2 Monate befristet. Nach dieser Beschäftigung meldete sich der Kläger arbeitslos und beantragte entsprechend Arbeitslosengeld.
Bundesagentur für Arbeit verhängte Sperrfrist
Die Bundesagentur für Arbeit vertrat jedoch die Auffassung, dass hier eine Sperrzeit von 12 Wochen eingetreten sei. Schließlich habe der Maurer das unbefristete Arbeitsverhältnis selbst gekündigt. Die Arbeitslosigkeit im Anschluss an die befristete Anstellung habe der Kläger deshalb bewusst herbeigeführt. Deshalb erhielt der Maurer kein Arbeitslosengeld I.
Lohnzahlung unpünktlich und unter Tarif
Das Sozialgericht Speyer folgte dieser Auffassung nicht: Die unbefristete Stelle hat der Kläger aufgegeben, um in der Nähe seines Wohnortes zu arbeiten. Dadurch konnte er natürlich auch hohe Fahrtkosten vermeiden. Hinzukommt bei diesem Fall, dass der frühere Arbeitgeber den Lohn nicht pünktlich gezahlt hat und zudem dieser Lohn unter dem Tarif lag. Der Lohn der neuen Arbeitsstelle war erheblich höher. Deshalb habe der Kläger ein berechtigtes Interesse gehabt, an diesem Arbeitsverhältnis nicht weiter festzuhalten.
Unbefristetes Arbeitsverhältnis war nicht attraktiver
Die Sperrfrist ist nach Ansicht des Sozialgerichts hier nicht anzuwenden. Sie ist nur anzuwenden, wenn dem Arbeitnehmer unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung seiner Interessen mit den Interessen der Versichertengemeinschaft ein anderes Verhalten zugemutet werden könne. In diesem Fall sei jedoch das unbefristete Arbeitsverhältnis nicht attraktiver gewesen, als das befristete.
Verweigerung Arbeitslosengeld I zu Unrecht
Das Arbeitslosengeld I wurde nach Auffassung des Sozialgerichts Speyer hier zu Unrecht verweigert. Gegen das Urteil können jedoch nicht Rechtsmittel eingelegt werden.
SG Speyer,Urteil v. 17.2.2016, S 1 AL 63/15.
-
Voraussetzungen für einen gültigen Widerspruch per E-Mail
296
-
Hartz IV-Empfänger können kostenlos Personalausweis erhalten
1741
-
Besteht Anspruch auf ALG II trotz Immobilie im Ausland?
92
-
Anspruch auf Mietkostenübernahme während Haft
86
-
Widerspruch einlegen - das ist zu beachten
59
-
Jobcenter muss für behindertengerechten Wohnraum mehr zahlen
50
-
Bundesrat billigt Umgestaltung des Bürgergeldes zur neuen Grundsicherung
46
-
SGB II: Einmalzahlung einer privaten Unfallversicherung ist als Einkommen anzurechnen
44
-
Zwei Bewerbungen pro Woche sind Arbeitslosen zumutbar
41
-
Wann Dritte dem Jobcenter Auskunft geben müssen
36
-
Anstieg der Grundsicherungsempfänger im Alter
15.04.2026
-
Sanktionen 2025 um 25 Prozent gestiegen
14.04.2026
-
Kein Rückforderungsrecht bei fehlendem Nachweis grober Fahrlässigkeit
09.04.2026
-
Bundesrat billigt Umgestaltung des Bürgergeldes zur neuen Grundsicherung
30.03.2026
-
Keine Eingliederungshilfe für Japanreise mit hohen Mehrkosten
25.03.2026
-
Fahrplan für Sozialstaatsreformen bis Sommer angekündigt
19.03.2026
-
Kein höheres Arbeitslosengeld II durch Schulgeld für Privatschulen
18.03.2026
-
Bundesrat fordert umfassende BAföG-Reform
10.03.2026
-
Kein Bürgergeld für Studierende
17.02.2026
-
Scheinarbeitsverhältnisse schließen Kurzarbeitergeld aus
30.01.2026