Langzeitarbeitslosigkeit besser bekämpfen
Während die Zahl der Arbeitslosen insgesamt in den vergangenen Jahren unter die Marke von 3 Mio. gesunken ist, erweist sich die Zahl der Menschen im Langzeitbezug von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV) als sehr statisch. 3 Mio. erwerbsfähige Menschen erhalten seit 2 oder mehr Jahren Hartz IV. Rechnet man die Kinder hinzu, sind rund 4 Mio. Menschen langfristig auf diese Leistungen angewiesen.
Beratungsarbeit zur Langzeitarbeitslosigkeit professionalisieren
Zwar gelingt es den Jobcentern mit hohem Engagement viele Langzeitbezieher zu vermitteln und zu integrieren. Derzeit kommt aber noch etwa die Hälfte von ihnen innerhalb eines Jahres wieder in die Grundsicherung zurück, bekennt der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt: "Beratung ist unser wichtigstes und zentrales Instrument. Wenn die Beratung mit den Kunden nicht funktioniert, kann man alle Integrationsbemühungen vergessen. Deswegen arbeiten wir intensiv daran, die Beratungsarbeit in den Jobcentern zu professionalisieren. Die Integration der Menschen muss auch nachhaltiger und möglichst ohne Drehtüreffekte gelingen. Deshalb werden wir uns stärker in der Stabilisierung von Arbeitsverhältnissen engagieren. Auch wenn wir dafür bislang keinen gesetzlichen Auftrag haben."
Jobcenter stoßen bei Beratung Langszeitarbeitsloser an Grenzen
Von 2010 bis 2013 sank die Anzahl der Arbeitslosen, die Hartz IV beziehen, um lediglich 8 %. Im gleichen Zeitraum wurden die Mittel für Fördermaßnahmen aber um etwa 40 % reduziert: von 6,6 Mrd. EUR auf 3,9 Mrd. EUR, so der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Dr. Stephan Articus.
Hier muss die neue Bundesregierung umsteuern, fordert er: "Wir brauchen eine Offensive zur besseren Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Jobcenter engagieren sich auf diesem Feld stark, stoßen aber an Grenzen. Um den betroffenen Menschen zu helfen, sollte für Langzeitarbeitslose innerhalb der Jobcenter ein eigenständiges, passgenaues und leistungsstarkes Fördersystem etabliert werden. Nötig sind flexiblere Strategien und Angebote zur Arbeitsförderung, die langfristig angelegt und individuell abgestimmt werden können.“
Langzeitarbeitslose benötigen individuelle Hilfe
Die Strategien für Menschen, die nur kurze Zeit arbeitslos sind, lassen sich nicht einfach auf Langzeitarbeitslose übertragen. Aktuell sind die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Jobcenter an viele Auflagen seitens des Gesetzgebers und an eher kurze Zeiträume gebunden. Schwer zu vermittelnden Langzeitarbeitslosen kann aus Sicht der Kommunen damit zu wenig geholfen werden.
Aus Sicht der Kommunen sind mehr Finanzmittel des Bundes erforderlich: Hatte der Bund zur Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende noch ein Budget von durchschnittlich 3.200 EUR pro Leistungsempfänger für Aktivierung, Eingliederung und Leistungsgewährung im Jahr veranschlagt, standen im Jahr 2012 nur noch 1.700 EUR zur Verfügung.
Die Kommunen verlangen von der neuen Regierung, diesen Abwärtstrend zu stoppen.
-
Voraussetzungen für einen gültigen Widerspruch per E-Mail
287
-
Hartz IV-Empfänger können kostenlos Personalausweis erhalten
2051
-
Anspruch auf Mietkostenübernahme während Haft
127
-
Besteht Anspruch auf ALG II trotz Immobilie im Ausland?
67
-
Jobcenter muss für behindertengerechten Wohnraum mehr zahlen
64
-
SGB II: Einmalzahlung einer privaten Unfallversicherung ist als Einkommen anzurechnen
58
-
Widerspruch einlegen - das ist zu beachten
57
-
Zwei Bewerbungen pro Woche sind Arbeitslosen zumutbar
56
-
Wann Dritte dem Jobcenter Auskunft geben müssen
53
-
Sonstige Bezüge reduzieren das Elterngeld nicht
44
-
Bundesrat billigt Umgestaltung des Bürgergeldes zur neuen Grundsicherung
30.03.2026
-
Keine Eingliederungshilfe für Japanreise mit hohen Mehrkosten
25.03.2026
-
Fahrplan für Sozialstaatsreformen bis Sommer angekündigt
19.03.2026
-
Kein höheres Arbeitslosengeld II durch Schulgeld für Privatschulen
18.03.2026
-
Bundesrat fordert umfassende BAföG-Reform
10.03.2026
-
Sanktionen beim Bürgergeld treffen tausende Kinder in Deutschland
24.02.2026
-
Kein Bürgergeld für Studierende
17.02.2026
-
Scheinarbeitsverhältnisse schließen Kurzarbeitergeld aus
30.01.2026
-
Entwicklung der Widerspruchs- und Klagezahlen in Jobcentern 2025
13.01.2026
-
Kindergeld-Erhöhung ab Januar 2026
08.12.2025