05.02.2014 | Hartz IV

Langzeitarbeitslosigkeit besser bekämpfen

Jobcenter: professionellere Beratung gegen Langzeitarbeitslosigkeit
Bild: Bundesagentur für Arbeit / www.arbeitsagentur.de

Die Bundesagentur für Arbeit und die Kommunen machten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz deutlich, dass die Langzeitarbeitslosigkeit stärker bekämpft werden muss. Das hohe Engagement der Jobcenter kann die Probleme allein nicht lösen.

Während die Zahl der Arbeitslosen insgesamt in den vergangenen Jahren unter die Marke von 3 Mio. gesunken ist, erweist sich die Zahl der Menschen im Langzeitbezug von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV) als sehr statisch. 3 Mio. erwerbsfähige Menschen erhalten seit 2 oder mehr Jahren Hartz IV. Rechnet man die Kinder hinzu, sind rund 4 Mio. Menschen langfristig auf diese Leistungen angewiesen.

Beratungsarbeit zur Langzeitarbeitslosigkeit professionalisieren

Zwar gelingt es den Jobcentern mit hohem Engagement viele Langzeitbezieher zu vermitteln und zu integrieren. Derzeit kommt aber noch etwa die Hälfte von ihnen innerhalb eines Jahres wieder in die Grundsicherung zurück, bekennt der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt: "Beratung ist unser wichtigstes und zentrales Instrument. Wenn die Beratung mit den Kunden nicht funktioniert, kann man alle Integrationsbemühungen vergessen. Deswegen arbeiten wir intensiv daran, die Beratungsarbeit in den Jobcentern zu professionalisieren. Die Integration der Menschen muss auch nachhaltiger und möglichst ohne Drehtüreffekte gelingen. Deshalb werden wir uns stärker in der Stabilisierung von Arbeitsverhältnissen engagieren. Auch wenn wir dafür bislang keinen gesetzlichen Auftrag haben."

Jobcenter stoßen bei Beratung Langszeitarbeitsloser an Grenzen

Von 2010 bis 2013 sank die Anzahl der Arbeitslosen, die Hartz IV beziehen, um lediglich 8 %. Im gleichen Zeitraum wurden die Mittel für Fördermaßnahmen aber um etwa 40 % reduziert: von 6,6 Mrd. EUR auf 3,9 Mrd. EUR, so der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Dr. Stephan Articus.

Hier muss die neue Bundesregierung umsteuern, fordert er: "Wir brauchen eine Offensive zur besseren Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Jobcenter engagieren sich auf diesem Feld stark, stoßen aber an Grenzen. Um den betroffenen Menschen zu helfen, sollte für Langzeitarbeitslose innerhalb der Jobcenter ein eigenständiges, passgenaues und leistungsstarkes Fördersystem etabliert werden. Nötig sind flexiblere Strategien und Angebote zur Arbeitsförderung, die langfristig angelegt und individuell abgestimmt werden können.“

Langzeitarbeitslose benötigen individuelle Hilfe

Die Strategien für Menschen, die nur kurze Zeit arbeitslos sind, lassen sich nicht einfach auf Langzeitarbeitslose übertragen. Aktuell sind die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Jobcenter an viele Auflagen seitens des Gesetzgebers und an eher kurze Zeiträume gebunden. Schwer zu vermittelnden Langzeitarbeitslosen kann aus Sicht der Kommunen damit zu wenig geholfen werden.

Aus Sicht der Kommunen sind mehr Finanzmittel des Bundes erforderlich: Hatte der Bund zur Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende noch ein Budget von durchschnittlich 3.200 EUR pro Leistungsempfänger für Aktivierung, Eingliederung und Leistungsgewährung im Jahr veranschlagt, standen im Jahr 2012 nur noch 1.700 EUR zur Verfügung.

Die Kommunen verlangen von der neuen Regierung, diesen Abwärtstrend zu stoppen.

Schlagworte zum Thema:  Hartz IV, Jobcenter, Langzeitarbeitslosigkeit, Bundesagentur für Arbeit

Aktuell

Meistgelesen