02.09.2014 | Studie Krankenhausoperationen

Zu viele komplexe OPs trotz mangelnder Routine

Studie: Mindestmengenverordnung bei OPs
Bild: Haufe Online Redaktion

Routine ist für Ärzte bei Operationen im Krankenhaus das A und O. Gerade für komplizierte Eingriffe gibt es daher eine Mindestzahl. Und die wird leider nicht immer erfüllt. Eine Studie zeigt: Manche Kliniken operieren seltener als vorgeschrieben.

Zahlreiche Krankenhäuser operieren nach einer Studie ohne die nötige Routine für komplizierte Eingriffe. Kliniken müssen z. B. pro Jahr mindestens 10 aufwendige Speiseröhren-OPs machen, um eine entsprechende Spezialisierung vorweisen zu können. Laut Studie wurde diese Schwelle allerdings nur von knapp der Hälfte der Kliniken erreicht, die diesen Eingriff durchführen.

Auswertung von 2.000 Kliniken

Die Universität Witten/Herdecke hat für die Erhebung Berichte von fast 2.000 Kliniken in den Jahren 2004, 2006, 2008 und 2010 ausgewertet, wie aus einer Mitteilung vom 1.9.2014  hervorgeht. Es wurde überprüft, wie häufig bestimmte komplexe Eingriffe sind, für die Mindestzahlen wie etwa bei der Speiseröhren-OP gelten.

Auch aufwendige Bauchspeicheldrüsen-Eingriffe hätten 30 % der Krankenhäuser zu selten durchgeführt, um die Mindestvorgaben zu erfüllen. «Je nach Operation werden damit bis zu 15 % der Patienten in Krankenhäusern behandelt, die die Vorgaben nicht einhalten», sagte Werner de Cruppé, einer der Studienautoren vom Lehrstuhl für Gesundheitssystemforschung.

Besonderheit: Versorgung von Frühgeborenen unter 1.250 Gramm

Um angemessene Versorgungsqualität zu gewährleisten, gelten heute für 7 besonders komplexe Operationen Mindestfallzahlen. Zuletzt war auch die Versorgung von Frühgeborenen unter einem Geburtsgewicht von 1.250 Gramm in den Katalog aufgenommen worden. Daten dazu sind in der Studie allerdings noch nicht erfasst.

Mindestmengenverordnung kein Papiertiger

Die Mindestmengenverordnung habe bislang nichts gebracht, kritisierte die Deutsche Stiftung Patientenschutz. Die Bundesregierung müsse Sorge dafür tragen, dass die Verordnung kein Papiertiger bleibe, teilte Stiftungsvorstand Eugen Brysch mit. Nur Routine bringe den Patienten Sicherheit. «Wer die Standards nicht erreicht, darf auch kein Geld bekommen», forderte er als Konsequenz.

Probleme auch bei Stammzellentransplantation/Einsatz künstlicher Kniegelenke

Die Studie war bereits im August im «Deutschen Ärzteblatt» erschienen. Auch bei der Stammzellentransplantation und dem Einsatz künstlicher Kniegelenke blieben Krankenhäuser demnach hinter den Mindestzahlen zurück. Bei Leber- und Nierentransplantationen verstießen nur einzelne Krankenhäuser gegen die Vorgaben.

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Schlagworte zum Thema:  Krankenhaus, Operation

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