Zu viele komplexe OPs trotz mangelnder Routine
Zahlreiche Krankenhäuser operieren nach einer Studie ohne die nötige Routine für komplizierte Eingriffe. Kliniken müssen z. B. pro Jahr mindestens 10 aufwendige Speiseröhren-OPs machen, um eine entsprechende Spezialisierung vorweisen zu können. Laut Studie wurde diese Schwelle allerdings nur von knapp der Hälfte der Kliniken erreicht, die diesen Eingriff durchführen.
Auswertung von 2.000 Kliniken
Die Universität Witten/Herdecke hat für die Erhebung Berichte von fast 2.000 Kliniken in den Jahren 2004, 2006, 2008 und 2010 ausgewertet, wie aus einer Mitteilung vom 1.9.2014 hervorgeht. Es wurde überprüft, wie häufig bestimmte komplexe Eingriffe sind, für die Mindestzahlen wie etwa bei der Speiseröhren-OP gelten.
Auch aufwendige Bauchspeicheldrüsen-Eingriffe hätten 30 % der Krankenhäuser zu selten durchgeführt, um die Mindestvorgaben zu erfüllen. «Je nach Operation werden damit bis zu 15 % der Patienten in Krankenhäusern behandelt, die die Vorgaben nicht einhalten», sagte Werner de Cruppé, einer der Studienautoren vom Lehrstuhl für Gesundheitssystemforschung.
Besonderheit: Versorgung von Frühgeborenen unter 1.250 Gramm
Um angemessene Versorgungsqualität zu gewährleisten, gelten heute für 7 besonders komplexe Operationen Mindestfallzahlen. Zuletzt war auch die Versorgung von Frühgeborenen unter einem Geburtsgewicht von 1.250 Gramm in den Katalog aufgenommen worden. Daten dazu sind in der Studie allerdings noch nicht erfasst.
Mindestmengenverordnung kein Papiertiger
Die Mindestmengenverordnung habe bislang nichts gebracht, kritisierte die Deutsche Stiftung Patientenschutz. Die Bundesregierung müsse Sorge dafür tragen, dass die Verordnung kein Papiertiger bleibe, teilte Stiftungsvorstand Eugen Brysch mit. Nur Routine bringe den Patienten Sicherheit. «Wer die Standards nicht erreicht, darf auch kein Geld bekommen», forderte er als Konsequenz.
Probleme auch bei Stammzellentransplantation/Einsatz künstlicher Kniegelenke
Die Studie war bereits im August im «Deutschen Ärzteblatt» erschienen. Auch bei der Stammzellentransplantation und dem Einsatz künstlicher Kniegelenke blieben Krankenhäuser demnach hinter den Mindestzahlen zurück. Bei Leber- und Nierentransplantationen verstießen nur einzelne Krankenhäuser gegen die Vorgaben.
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
1.117
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
963
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
336
-
Neue Arbeitsverhältnisse
284
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
254
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
244
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
200
-
Widerspruch gegen die Aufforderung der Krankenkasse zur Reha
181
-
Entgeltfortzahlung statt Kinderkrankengeld für Azubis
150
-
MDK Untersuchung der Arbeitsunfähigkeit
147
-
Rentenerhöhung 2026 vom Bundesrat bewilligt
15.06.2026
-
Heilmittel-Report 2026: Steigende Kosten bei unbekannter Qualität
11.06.2026
-
Gutachten zur Rechtmäßigkeit der Finanzierung der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängern
08.06.2026
-
Finanzierung ambulanter Operationen für Kinder und Jugendliche gesichert
04.06.2026
-
Kinderkrankengeld: Mütter tragen weiterhin Hauptlast bei Betreuung
01.06.2026
-
Kabinett erkennt Parkinson durch Pestizide als Berufskrankheit an
28.05.2026
-
Gesundheitsatlas verzeichnet deutlichen Rückgang bei Herzinfarkten
27.05.2026
-
Beratung durch die Krankenkassen auch ohne Einwilligung der Versicherten
26.05.2026
-
Apotheken bekommen mehr Kompetenzen
26.05.2026
-
So profitieren pflegende Angehörige von der Rentenversicherung
22.05.2026