Merkzeichen aG: Gehfähigkeit im öffentlichen Verkehrsraum maßgeblich
Im zuerst verhandelten Fall (Aktenzeichen B 9 SB 1/22 R) leidet der Kläger unter anderem an einer fortschreitenden Muskelschwunderkrankung mit Verlust von Gang- und Standstabilität. Zwar ist ihm das Gehen auf einem Krankenhausflur möglich. Eine freie Gehfähigkeit ohne Selbstverletzungsgefahr im öffentlichen Verkehrsraum mit Bordsteinkanten, abfallenden oder ansteigenden Wegen und Bodenunebenheiten besteht aber nicht mehr.
BSG bestätigt erhebliche mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung
Das Bundessozialgericht hat in diesem Fall die erste Voraussetzung für das Merkzeichen aG, eine erhebliche mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung, als erfüllt angesehen. Da das Bundessozialgericht nicht abschließend entscheiden konnte, ob auch die zweite Voraussetzung erfüllt ist, wonach gerade die mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung einem Grad der Behinderung von 80 entsprechen muss, wurde der Rechtsstreit an das Landessozialgericht zurückverwiesen.
BSG: Gehfähigkeit im öffentlichen Verkehrsraum maßgeblich
Der Kläger des zweiten Verfahrens (Aktenzeichen B 9 SB 8/21 R) kann infolge einer globalen Entwicklungsstörung nur in vertrauten Situationen im schulischen oder häuslichen Bereich frei gehen, nicht jedoch in unbekannter Umgebung. Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass dem Kläger das Merkzeichen aG zusteht. Der auf volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in die Gesellschaft gerichtete Sinn und Zweck des Schwerbehindertenrechts umfasst gerade auch das Aufsuchen veränderlicher und vollkommen unbekannter Einrichtungen des sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Die Gehfähigkeit ausschließlich in einer vertrauten Umgebung steht der Zuerkennung des Merkzeichens aG nicht entgegen. Die mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung des Klägers entspricht auch einem GdB von 80.
Hinweis: BSG, Urteil v. 10.3.2023, B 9 SB 1/22 R, B 9 SB 8/21 R
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
1.430
-
Neue Arbeitsverhältnisse
806
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
600
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
394
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
386
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
357
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
337
-
Entgeltfortzahlung statt Kinderkrankengeld für Azubis
304
-
MDK Untersuchung der Arbeitsunfähigkeit
261
-
Ab Juli gilt eine neue Bescheinigung bei Erkrankung eines Kindes
236
-
Antragsloses Kindergeld soll Eltern entlasten
20.02.2026
-
Elektronische Patientenakte bleibt hinter Erwartungen zurück
19.02.20261
-
Mehrheit hält Sozialstaat für nicht finanzierbar
11.02.2026
-
Grundrente verbessert Einkommen von über einer Million Menschen
09.02.2026
-
Bundesrat äußert sich kritisch zur geplanten Reform der Apothekenversorgung
04.02.2026
-
Keine Kostenübernahme für Nierentransplantation im Ausland
29.01.2026
-
Krankenkassen planen digitales Navigationstool für Facharztüberweisungen
27.01.2026
-
Verordnung für Intensivpflege künftig per Videosprechstunde möglich
26.01.2026
-
Gesetzliche Neuregelung treibt Heilmittelausgaben massiv in die Höhe
22.01.2026
-
Sozialgericht verpflichtet Krankenkasse zu Krankenpflege während Schulbesuch
21.01.2026