Gesetzeslücke beim Elterngeld geschlossen
Geklagt hatte eine Kameraassistentin aus dem Landkreis Harburg. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt durch Zeitverträge bei Filmproduktionen. Bis zum nächsten Engagement war sie jeweils arbeitslos. Nachdem sie im Jahre 2017 schwanger wurde, durfte sie nicht mehr arbeiten und bezog Arbeitslosengeld.
Berechnung des Elterngeldes
Nach der Geburt ihres Kindes berechnete der Landkreis das Elterngeld der Mutter, wobei er für die letzten fünf Monate ein Arbeitseinkommen von 0,00 Euro zugrunde legte. Er verwies darauf, dass nach dem Gesetz lediglich Einkommensausfälle wegen Krankheit ausgeklammert werden dürften.
Arbeitsverbot wegen körperlicher Belastungen
Dem hielt die Frau entgegen, dass sie wegen der körperlichen Belastungen während der Schwangerschaft nicht arbeiten dürfe. Denn bei der Arbeit gebe es neben Tragebelastungen beim Umbau von Kamera und Stativ auch Nachtarbeit und tägliche Arbeitszeiten bis zu 13 Stunden. In der Folge erhalte sie nicht – wie vom Gesetzgeber gewollt – Elterngeld auf Grundlage der letzten 12 Arbeitsmonate, sondern nur 7/12 des eigentlichen Betrags.
LSG schließt Gesetzeslücke
Das LSG hat zur Berechnung auf die letzten 12 Arbeitsmonate abgestellt und hierzu die gesetzlichen Krankheitsregelungen analog angewandt. Es hat die erweiterte Gesetzesauslegung mit dem verfassungsrechtlichen Schutzauftrag werdender Mütter begründet, die einen Anspruch auf Schutz und Fürsorge durch die Gemeinschaft hätten. Der Gesetzgeber habe den Fall von abhängigen Kettenbeschäftigungen übersehen, in welchem eine neue Beschäftigung aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht in Betracht komme. Das „besondere gesundheitliche Risiko“ Schwangerer dürfe ihnen bei der Berechnung des Elterngeldes nicht zum Nachteil gereichen. Dabei sei eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung nur ein Teil des Risikos, das sich auch in anderen Bereichen auswirken könne.
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
1.313
-
Neue Arbeitsverhältnisse
782
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
718
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
375
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
366
-
Entgeltfortzahlung statt Kinderkrankengeld für Azubis
321
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
301
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
290
-
MDK Untersuchung der Arbeitsunfähigkeit
237
-
Folgen der Aufforderung
232
-
Bürgergeld wird zur neuen Grundsicherung
06.03.2026
-
Vertrauen in Pflegeversorgung schwindet – Mehrheit fordert Reformen
27.02.2026
-
Diskussionen über Krankenhausreform verzögern Abschluss der Gesetzespläne
25.02.2026
-
Antragsloses Kindergeld soll Eltern entlasten
20.02.2026
-
Elektronische Patientenakte bleibt hinter Erwartungen zurück
19.02.20261
-
Mehrheit hält Sozialstaat für nicht finanzierbar
11.02.2026
-
Grundrente verbessert Einkommen von über einer Million Menschen
09.02.2026
-
Bundesrat äußert sich kritisch zur geplanten Reform der Apothekenversorgung
04.02.2026
-
Keine Kostenübernahme für Nierentransplantation im Ausland
29.01.2026
-
Krankenkassen planen digitales Navigationstool für Facharztüberweisungen
27.01.2026