Ralf Hocke: "Wir haben einen Ausstellerbeirat gegründet"
Haufe Online-Redaktion: Die "Personal Süd" und die "Zukunft Personal" finden dieses Jahr bereits zum 16. Mal statt, die Personal Nord ist etwas jünger. Welche Pläne haben Sie, die tradierten Formate zu erneuern?
Ralf Hocke: Das Format "Messe" ist seit hunderten Jahren eingeführt und heute aktueller denn je. Messen haben auch im Internetzeitalter drei Aufgaben: für Geschäftsanbahnung der Aussteller zu sorgen, Networking zu ermöglichen, den Besuchern Trends aufzuzeigen und Wissen zu vermitteln. Diese Aufgaben hatte sie schon früher, die Art und Weise der Präsentation, des Aufeinandertreffens und der Kommunikation hat sich natürlich etwas geändert. Das sehen wir auch bei uns und reagieren darauf: So haben wir bereits bei der Zukunft Personal 2014 damit begonnen, neue Formate zu lancieren, die Interaktivität und Interaktionen zwischen Besuchern, Wissensträgern und Ausstellen stärker zu fördern. In diesem Jahr werden neue, etwas spielerische Ansätze hinzukommen, die Meinungen in der Community bewusst zuspitzen. Zum Beispiel planen wir ein HR-Battle.
Haufe Online-Redaktion: Gehen auch die Wünsche der Aussteller in dieser Richtung? Manche Aussteller beklagen sich darüber, dass ihre Stände wenig besucht sind, wenn interessante Vorträge laufen.
Hocke: Wir wollen über die reine Ausstellung hinaus Themen besetzen, weil das von Besucher- und Ausstellerseite erwartet wird. Viele Personalentscheider kommen wegen des Programms zu den Messen, das übrigens auch die Aussteller selbst zu einem großen Teil mitgestalten. Gleichwohl müssen Ausstellung und Programm in einem guten Gleichgewicht stehen. Bereits zur Zukunft Personal wollen wir die Formate etwas straffen und stärker sortieren, sodass wir eine gute Balance haben zwischen der Gelegenheit zu Standbesuchen und dem Besuch von spannenden Vorträgen.
Haufe Online-Redaktion: Spannend für die Besucher sind sicher auch Start-ups aus der HR-Szene. Werden diese auch stärker in die Messe integriert?
Hocke: Das Thema wird immer wichtiger. Durch die Digitalisierung kommen ganz neue Anforderungen auf Personaler zu, dementsprechend werden neue Lösungen gesucht. Gerade Start-ups sind extrem gut darin, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und die Zahl der Gründer, die sich im HR-Markt bewegen, wächst. Deshalb werden wir auf der Zukunft Personal 2015 erstmals ein "Start-up Village" aus der Taufe heben. Es wird dort eine Ausstellungsfläche geben, auf der sich junge Unternehmen präsentieren können, sowie eine neue Bühne für dieses innovative Umfeld.
Haufe Online-Redaktion: Die Zukunft Personal ist nach Ihren Angaben "Europas größte Fachmesse für Personalmanagement". Wie wollen Sie Ihren internationalen Anspruch weiter ausbauen?
Hocke: Sowohl für unsere Aussteller als auch für uns ist es ein Anliegen, die Internationalität weiter auszubauen. 2015 werden wir die Benelux-Länder im Fokus haben und wir werden erstmals ein rein englischsprachiges Forum etablieren. Wir sehen das als langfristige Aufgabe an und arbeiten im Moment auch an einem Partnerland-Konzept, bei dem wir stärker die politischen Instanzen in den Ländern integrieren – so wie das auch eine Cebit oder Hannover Messe macht.
Haufe Online-Redaktion: Die Cebit und Hannover Messe verfügen über einen Ausstellerbeirat. Wird es einen solchen auch für die Personalmessen geben?
Hocke: Wir wollen so nah wie möglich an unseren Kunden sein. Deswegen ist mir ein Messebeirat ein großes Anliegen. Gestern, am Vorabend der Personal Nord, haben wir ihn in der konstituierenden Sitzung gegründet. Der Beirat ist mit Ausstellerpersönlichkeiten besetzt, die quer durch alle Themenfelder und Branchen den HR-Markt repräsentieren. Hinzu kommen Vertreter von renommierten Verbänden. Gemeinsam mit dem Beirat werden wir die Messen reflektieren und weiterentwickeln. Wir erklären, was wir vorhaben, und überlegen mit dem Gremium, wie wir einen ständigen Innovationsprozess gestalten können. Dabei stehen die Beiratsmitglieder für die Interessen der ausstellenden Wirtschaft und der Besucher. Es geht nicht darum, Einzelinteressen zu verfechten. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, wird der Messebeirat zusammenkommen.
Ralf Hocke ist Geschäftsführer der Spring Messe Management GmbH.
Das Interview führte Daniela Furkel, Redaktion Personalmagazin.
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