18.11.2011 | Personalszene

Post Merger-Studie: Übernahmen scheitern zu 25 Prozent

Fusionen und Übernahmen nehmen wieder zu: Das weltweite Volumen für Mergers & Acquisitions (M&A) steigt laut einer Studie der Beratungsfirma Roland Berger im Jahr 2011 auf 1,6 Billionen Euro. Ein Viertel davon wird vermutlich erfolglos bleiben.

Hauptursache in 80 Prozent der auf 388 Milliarden Euro geschätzten erfolglosen Übernahmen: Ein unprofessionelles Integrations- und Synergiemanagement im Rahmen des PMI-Prozesses. Auch das ist Ergebnis der Studie "Synergiemanagement für die erfolgreiche Post Merger Integration" von Roland Berger Strategy Consultants.

 

Rolle des PMI-Managers ist entscheidend

"Viele Unternehmen schaffen es nicht, nach einer Übernahme die erhofften Synergien im geplanten Maße umzusetzen", sagt Thomas Rinn, Partner von Roland Berger.

Synergiemöglichkeiten nach einer Übernahme zu identifizieren und zu steuern, sollte die Aufgabe eines PMI-Managers sein. Deshalb halten es 70 Prozent der Befragten für wichtig, dass ein PMI-Manager schon vor Beginn der Verhandlungsphase eines M&A-Prozesses nominiert wird. Allerdings setzen nur knapp 40 Prozent der befragten Unternehmen dies tatsächlich um. Außerdem sollte der PMI-Manager aus dem Top-Management stammen, meinen 95 Prozent der Umfrageteilnehmer. "Das zeigt, welche verantwortungsvolle Funktion dem PMI-Manager zugeschrieben wird", so Oliver Knapp, Partner von Roland Berger.

 

Einbindung der Mitarbeiter

"Wenn es um wichtige Umstellungen im Unternehmen geht, sollten die Mitarbeiter so schnell wie möglich informiert und eingebunden werden", sagt Rinn. "Wird eine Maßnahme nicht von den Mitarbeitern akzeptiert, so ist ihre Umsetzung sehr problematisch." So messen 84 Prozent der Studienteilnehmer der frühzeitigen und regelmäßigen internen Kommunikation im Laufe eines M&A-Prozesses eine hohe Bedeutung bei.

Ebenso wichtig ist die zeitliche und inhaltliche Abstimmung aller Maßnahmen. Dabei muss das Unternehmen die Auswirkung der Maßnahmen aufeinander berücksichtigen, um möglichen negativen Folgen vorzubeugen. Darüber hinaus muss der festgelegte Zeitplan für die Umsetzung der Synergiemaßnahmen realistisch sein, um nachträgliche, aufwändige Planänderungen zu vermeiden.

Die Studie basiert auf einer Umfrage und Interviews von mehr als 130 Unternehmen aus 15 verschiedenen Branchen.

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