Unterdurchschnittlich wenige Frauen in deutschen Führungsetagen
Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts waren in Deutschland im Jahr 2017 29,2 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt. Der Anteil von Frauen an Führungspositionen war damit deutlich geringer als der Anteil der Frauen an allen Erwerbstätigen (46,5 Prozent).
Mit einem Frauenanteil von 29,2 Prozent in Führungspositionen liegt Deutschland deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 34 Prozent Frauen in Führungspositionen. In den letzten 20 Jahren ist der Frauenanteil in Führungspositionen in Deutschland nur um drei Prozentpunkte angestiegen.
Frauen in Führungspositionen: Spitzenreiter Lettland, Schlusslicht Luxemburg
Im Vergleich zu den anderen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) lag Deutschland nur auf Platz 20. Lettland war mit einem Frauenanteil in Führungspositionen von 46 Prozent EU-Spitzenreiter. In Polen und Slowenien (je 42 Prozent) gab es ebenfalls relativ hohe Quoten. Schlusslicht in der EU war Luxemburg mit lediglich 19 Prozent.
Frauenanteil in Führungspositionen nach Branchen
Überdurchschnittlich vertreten waren weibliche Führungskräfte im Bereich Erziehung und Unterricht (64,6 Prozent) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (61,3 Prozent). In diesen Branchen ist auch der Frauenanteil an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen höher. Besonders wenige weibliche Führungskräfte gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Baugewerbe (11 Prozent) und in der Industrie (16,9 Prozent).
4,6 Prozent aller Erwerbstätigen sind Führungskräfte
Zu den Führungspositionen zählen Vorstände und Geschäftsführerinnen beziehungsweise Geschäftsführer sowie Führungskräfte in Handel, Produktion und der Dienstleistungsbranche. Im Jahr 2017 waren 4,6 Prozent aller Erwerbstätigen Führungskräfte.
Jede zehnte Führungskraft arbeitet mehr als 48 Stunden pro Woche
Was Führungskräfte beider Geschlechter gemeinsam haben: Sie arbeiten häufig vergleichsweise lang. Etwa jeder zehnte (10,7 Prozent) Vollzeit-Erwerbstätige in Deutschland arbeitet regelmäßig mehr als 48 Stunden in der Woche. Bei Männern ist das den Berechnungen zufolge mit 13 Prozent etwa doppelt so häufig der Fall wie bei Frauen (6,3 Prozent). Generell gelte: je älter, desto länger die Arbeitszeiten. Das hänge auch damit zusammen, dass Führungskräfte eher in höheren Altersgruppen zu finden seien, so das Bundesamt.
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