Vorsprung durch Weiterbildung
Technische Entwicklungen am Arbeitsplatz sind unumgänglich, will der Arbeitgeber auf Dauer konkurrenzfähig bleiben. Auch die Arbeit der Belegschaft können die Neuerungen vereinfachen – vorausgesetzt, die Arbeitnehmer wissen richtig damit umzugehen. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist im Auftrag der Bertelsmannstiftung nun der Frage nachgegangen, wie deutsche Arbeitnehmer dem technischen Fortschritt am Arbeitsplatz gegenüber eingestellt und wie sie dafür gewappnet sind. Das Ergebnis: Mehrheitlich (64 Prozent) sehen diese in der modernen Technik mehr positive als negative Auswirkungen.
Die Umfrage gibt auch Aufschluss darüber, wie die Technik die Arbeit im Einzelnen verändert: Produktiver sei sie dadurch geworden, sagen 79 Prozent der Befragten – was die Arbeitgeber zu hören freuen dürfte – und interessanter, so 58 Prozent. Jeder Dritte glaubt zudem, später persönlich von der Technisierung profitieren zu können, indem er auch im fortgeschrittenen Alter werde arbeiten können.
Rund jeder zweite hat noch nie eine technische Fortbildung besucht
Ein gutes Drittel (37 Prozent) sieht sich ob der technischen Neuerungen aber auch erhöhtem Stress ausgesetzt. Um dem entgegenzuwirken, empfehlen die Studienautoren – gerade im Kontext des Fachkräftemangels – Weiterbildung. Auch die knappe Hälfte der befragten Arbeitnehmer sieht das so: 43 Prozent sprechen sich dafür aus, sich stärker weiterzubilden, um mit den technischen Entwicklungen Schritt halten zu können. Dabei sehen 88 Prozent der Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber in der Pflicht; 71 Prozent auch sich selbst.
Für rund jeden zweiten Arbeitnehmer wäre dies allerdings das erste Mal, dass er in den Genuss einer technischen Fortbildung käme: 47 Prozent sagen, sie hätten noch nie eine solche Qualifikation besucht, und weitere 28 Prozent bisher nur ein oder zwei Mal. Eine Studie der Stiftung Warentest untermauert, dass deutsche Personalentwickler in der Tat nicht die technische Schulung ihrer Mitarbeiter in den Vordergrund stellen. In den Schulungskatalogen der Unternehmen finden sich vielmehr Fortbildungen in den Bereichen Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz (58 Prozent), Rechnungswesen, Steuern und Controlling (rund 25 Prozent), Führungskräfte- und betriebswirtschaftliche Schulungen (rund 20 Prozent) sowie Soft Skills und Kommunikation (18 Prozent).
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