Startups sind als Arbeitgeber beliebt
65 Prozent der jungen Deutschen fühlen sich von der kreativen Arbeitsatmosphäre und den flachen Hierarchien der Startups angezogen, können sich gar vorstellen, später selber einmal ein Unternehmen zu gründen. Das sind zentrale Ergebnisse einer Online-Umfrage der international tätigen Venture-Capital-Gesellschaft E.ventures zum Thema "Gründerkultur: Wie attraktiv sind Startups als Arbeitgeber", zu der im Februar dieses Jahres 1.000 junge Bundesbürger in Deutschland befragt wurden.
Arbeiten in einem Startup
Viele Fachkräfte entschließen sich bewusst dazu, in einem Startup-Unternehmen anzufangen. Hierzu gehören sowohl Berufseinsteiger als auch langjährige Profis. Dennoch sind es vor allem Young Professionals bis circa 35 Jahre, die dem Ruf eines Startups folgen, um die dort verbreitete Hands-On Mentalität mitzunehmen. Viele möchten Berufserfahrung sammeln und fühlen sich motiviert, wenn sie ein Produkt verändern und direkt mit ihrer Arbeit beeinflussen können. In kleinen und jungen Unternehmen findet man häufig eine andere Kultur der Wertschätzung. Die Meinung des Einzelnen wird noch deutlicher wahrgenommen, als es in größeren und vor allem konservativeren Unternehmen mit festen Strukturen der Fall ist.
Gehälter in Startups
Die Kehrseite der Medaille sind im Startup allerdings geringere Verdienstmöglichkeiten und häufig unbezahlte Überstunden. Die Gehaltsdatenbank Gehalt.de hat aus knapp 600 Vergütungsdaten aus jungen und kleinen Unternehmen Gehälter ermittelt und diese nach den wichtigsten Berufen in Startups ausgewertet hat (siehe Infografik "Gehälter in Startups"). Softwareentwickler im Backend erhalten beispielsweise durchschnittlich 40.500 Euro jährlich. Für Softwareentwickler im Frontend sind es 37.500 Euro im Jahr. Online-Marketing-Manager werden in Startups durchschnittlich mit circa 32.000 Euro entlohnt. Fachkräfte für den Content- und Social Media-Bereich bekommen in etwa 31.000 Euro im Jahr.
Berlin entwickelt sich zur führenden Gründermetropole Europas
Auch der Standort Deutschland wird für Gründer immer interessanter. So hat Berlin gute Voraussetzungen, sich zur führenden Gründermetropole Europas zu entwickeln. 77 Prozent der Teilnehmer der E.ventures-Umfrage halten die Bundeshauptstadt als Standort für Gründer für mittlerweile ebenso attraktiv wie London oder San Francisco und betonen, dass es hierzulande genügend qualifizierte Experten und gute Venture-Capital-Firmen gebe. Für die deutsche Volkswirtschaft sei dieser Trend hilfreich, meinen 79 Prozent der Befragten, da Startups die digitale Transformation des Landes vorantrieben und hochqualifizierte Arbeitsplätze schüfen.
Die politischen Entwicklungen in San Francisco (Visa-Problematik) und London (Brexit) könnten den Standort Berlin weiter stärken, meint Arnulf Keese, General Partner bei E.ventures: "Das Arbeitsvisum für Nicht-Amerikaner ist ein elementarer Faktor für Talente aus Asien oder Europa. Wenn dieses Visum in Frage steht, können die Experten ihr Wissen nicht mehr in den USA zu Markte tragen und sie schauen sich nach Alternativen um". In der Bankenmetropole London wiederum werde es gerade für die Startups aus der Finanzbranche problematisch, die mit einer englischen Banklizenz arbeiteten. Diese Lizenz werde nach dem Brexit wohl nicht mehr für Geschäfte in der EU ausreichen. Damit bekomme Berlin einen zusätzlichen Schub als Hub für Gründer.
Große Gehaltsunterschiede zwischen Berlin und München
Die Gehälter in Berliner Startups liegen allerdings unter dem Durchschnitt, wie die Analyse von Gehalt.de zeigt: In München verdienen Angestellte in neu gegründeten Unternehmen circa 30 Prozent mehr als in Berlin: Der Business Developer beispielsweise erhält in Berlin 39.661 Euro brutto, in München 52.112 Euro. Während der Social Media/Content Manager in der Hauptstadt 30.849 Euro bekommt, gehen auf dem Münchner Konto 38.384 Euro ein. Den stärksten Unterschied im Gehalt finden sich bei Grafikern: In der Hochburg liegt der Verdienst bei 26.945 Euro, in Bayern sind es mit 36.703 Euro fast 10.000 Euro mehr
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