Dringender Verbesserungsbedarf im Personalmanagement
Worin unterscheidet sich die HR-Aktivität leistungsstarker Unternehmen von leistungsschwachen Betrieben? Unter dieser Fragestellung untersuchten die Boston Consulting Group und die European Association for People Management die Personalmanagementfähigkeiten und Verbesserungsbemühungen von HR-Abteilungen in 34 europäischen Ländern. Befragt wurden mehr als 2.300 Führungskräfte aus unterschiedlichen Industrien, ergänzt durch Tiefeninterviews mit 37 HR-Führungskräften. Dabei zeigte sich, dass Unternehmen aus ganz Europa sich zwar bewusst sind, dass sie ihre Leistungen im Personalmanagement verbessern müssen, um trotz wirtschaftlicher Unsicherheit und eines sich abzeichnenden Fachkräftemangels künftig erfolgreich zu sein. Sie wissen jedoch nicht, wo sie anfangen sollen.
Handlungsfelder: Talentmanagement, HR-Analytik und Engagement
Länder- und branchenübergreifend identifiziert die Studie drei Themen als besonders dringlich: Talentmanagement und Führung, HR-Analytik sowie Engagement, Verhalten und Kulturmanagement. Obwohl die Umfrageteilnehmer diesen Themen künftig eine wichtige Bedeutung zusprechen, stuften sie ihre aktuellen Fähigkeiten im Schnitt als eher gering ein.
"Zielsetzung unserer diesjährigen Untersuchung war, eine Liste von differenzierenden Maßnahmen zu erstellen, die die wichtigsten Erfolgsfaktoren in zehn HR-Bereichen darstellen," sagt Rainer Strack, Senior Partner und bei BCG weltweit für Personalthemen verantwortlich. "Wir haben die Umfrageteilnehmer in leistungsfähige und leistungsschwache Unternehmen aufgeteilt und dabei die HR-Aktivitäten bestimmt, die sie voneinander unterscheiden", erklärt Strack. Dies erlaube eine faktenbasierte Argumentation anstelle von Intuition oder Fallbeispielen.
Was die Guten besser machen
Im Bereich Talentmanagement und Führung beispielsweise verdeutlicht die Studie, dass sich besonders leistungsfähige Unternehmen durch mehrere Aktivitäten auszeichnen: Sie planen ihren Bedarf an Fach- und Führungskräften strategisch auf lange Sicht (mehr als fünf Jahre) – anstatt nur auf die dringlichsten Erfordernisse zu reagieren.
Im Bereich HR-Analytik zeigen die Ergebnisse, dass leistungsfähige Unternehmen ein Modell zur Bestimmung des Mitarbeiterbedarfs verwenden, das mit der Entwicklung von Geschäftsstrategie, Produktivität und Technologie verknüpft ist. So können sie exakt voraussagen, welche Jobprofile sie zukünftig benötigen werden, um ihre Strategie umzusetzen – für einzelne Geschäftsbereiche, Standorte und spezifische Fähigkeiten, die erforderlich sind.
In der Mitarbeitergewinnung heben sich führende Unternehmen durch eine Employer-Value-Proposition ab, die systematisch auf Basis umfassender Analysen entwickelt wird. Ein weiterer Unterschied zwischen leistungsfähigen und leistungsschwächeren Unternehmen ist ihre klar definierte und integrierte Social- Media-Strategie.
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
383
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
236
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
225
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
175
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1594
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
154
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
117
-
Pflicht zur psychischen Gefährdungsbeurteilung
113
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
103
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
998
-
So bleibt es auch bei Hitze im Büro erträglich
19.06.2026
-
So lernen Führungskräfte Veränderung
19.06.2026
-
Von Inspiration zur Umsetzung: Warum sich die ZP Europe 2026 lohnt
18.06.2026
-
Nur 44 Prozent aller Beschäftigten bekommen Urlaubsgeld
18.06.2026
-
Was der Pflichtsieg über Curaçao Führungskräften zeigt
16.06.2026
-
Mit KI schneller passende Talente finden
15.06.2026
-
Wenn Meetings Beschäftigten den Schlaf rauben
15.06.2026
-
Bei sozialer Nachhaltigkeit erreicht Deutschland kein einziges Ziel
10.06.2026
-
Führung – der blinde Fleck der Transformation
10.06.2026
-
Mitarbeiterbefragungen als Steuerungsinstrument
10.06.2026