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01.08.2013 | Top-Thema Mitarbeiterorientierte Führung

Voraussetzungen in der Unternehmenskultur

Kapitel
Vertrauen ist eine wichtige Voraussetzung, damit mitarbeiterorientierte Führung gelingen kann.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wenn Unternehmen den mitarbeiterorientierten Führungsstil einführen wollen, muss auch das Umfeld stimmen. Hier kommt der Unternehmenskultur natürlich eine tragende Rolle zu.

Die mitarbeiterorientierte Führung ist fest mit der Unternehmenskultur verbunden. Damit sie erfolgreich im Arbeitsalltag umgesetzt werden kann, muss die Kultur auf genau den Werten aufbauen, die auch die zwischenmenschlichen Beziehungen gelingen lassen: Vertrauen, Verantwortung, Mitgefühl, Wertschätzung, gegenseitige Hilfe und Kooperation.

Drei sozialpsychologische Theorien zeigen auf, wie sich eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur im Arbeitsalltag umsetzen lässt, und warum dies sowohl zu einer Erhöhung der internen wie der externen Kundenorientierung führen kann.

  • Die Theorie des Selbstwertschutzes und der Selbstwerterhöhung: Diese Theorie besagt, dass Menschen danach streben, ihren Selbstwert zu schützen oder zu erhöhen, ihr Selbstvertrauen also zu stärken oder zumindest zu erhalten. Kritik vor versammelter Mannschaft, unsachliche Anschuldigungen oder gar Beleidigungen sind demnach Gift für den Selbstwert der Mitarbeiter. Die Selbstwertschutztheorie beinhaltet das Streben nach Kompetenz und das Streben nach Wertschätzung.

    Der Tipp für die Praxis: Gute Kritik findet immer unter vier Augen statt, ist sachlich, konkret, an umsetzbaren Verbesserungsvorschlägen orientiert und respektiert die Eigenart und die Persönlichkeit des Gegenübers.

  • Die Theorie der wahrgenommenen Kontrolle: Menschen sind dieser Theorie zufolge bestrebt, Ereignisse und Zustände in ihrem Leben zu erklären, zu beeinflussen und vorherzusagen. Wahrgenommener Kontrollverlust entsteht demnach, wenn Ereignisse nicht erklärbar, beeinflussbar oder vorhersagbar sind. Hinzu kommt das Element der Partizipation, demzufolge man Betroffenen nach Möglichkeit die Gelegenheit geben sollte, ihre Meinung klar zu äußern, und im Rahmen von veränderbaren Welten (überall dort also, wo es sinnvoll und machbar ist) mit zu entscheiden.

    Der Tipp für die Praxis: Mithilfe dieser Theorie können Mitarbeiter zum Beispiel für regelmäßige Teammeetings plädieren, in denen Vorgesetzte über Neuigkeiten aus dem Team und der Firma informieren. Gerade, wenn es in einer Firma einmal nicht so gut läuft, ist es wichtig, die Mitarbeiter frühzeitig offen und ehrlich zu informieren.

  • Die Sinntheorie: Grundlage dieser Theorie ist, dass alle Menschen einen Sinn in dem sehen möchten, was sie tun und erleben. Doch was ist mit "Sinn" im Arbeitsleben gemeint? Mitarbeiter übernehmen Aufgaben, gerade weniger attraktive, tendenziell lieber, wenn sie darin einen Sinn erkennen.  Hier gelten Aussagen wie "Wer Leistung fordert, muss Sinn bieten" und "Jede Frage ist erlaubt" beziehungsweise "Wertschöpfung gelingt am besten durch Wertschätzung".

    Der Tipp für die Praxis:  Mitarbeiter sollten nicht nur die Anweisung erhalten, eine Aufgabe zu erledigen, sondern der Vorgesetzte sollte auch erklären, warum der Mitarbeiter etwas Bestimmtes tun (oder nicht tun) sollte.

Autoren: Dieter Frey, Albrecht Schnabel, Malte Böhm

Unternehmenskultur, Führungsstil, Führung, Mitarbeiter

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