Mit Videos lernen führt zu Selbstüberschätzung
Die "Generation Youtube" macht es vor: Ob es die Anleitung für das Auswechseln des Wasserhahns im privaten Bereich ist oder das Verkaufsgespräch im Job, Video-Tutorials sind beliebt. Experten bringen sie aber nicht hervor, zeigt nun eine Studie der Booth School of Business der University of Chicago. Vielmehr verleiteten die Videos dazu, die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen oder auch falsch einzuschätzen. Das haben die Studienautoren um Michael Kardas und Ed O´Brien anhand einer Reihe von Experimenten nachgewiesen.
Online-Experiment: Tischdeckentrick per Video erlernen
Unter anderem arbeiteten die Forscher mit 1.003 Teilnehmer in einem Online-Experiment. Die Teilnehmer sollten über den "Tischdeckentrick" nachdenken, bei dem ein Tischtuch von einem Tisch gezogen wird, ohne die Platzeinstellungen zu stören. Eine Gruppe sah sich dafür 20-mal ein fünf Sekunden dauerndes Video an, in dem der ganze Vorgang zu sehen war, eine andere Gruppe sah vor allem die Hände der vorführenden Person. Eine weitere Gruppe bekam eine schriftliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, die sie durchlesen sollte. Diejenigen, die das Video der Hände gesehen hatten, waren im Anschluss am meisten überzeugt, den Trick selbst ausführen zu können, die Gruppe mit der schriftlichen Anleitung am wenigsten. Diese Ergebnisse lieferten erste Hinweise darauf, dass wiederholte Betrachtung die Menschen zu einem Gefühl der Selbstüberschätzung führen kann.
Videogucken führt zu Selbstüberschätzung
In einem weiteren Test mit 193 Teilnehmern wurde diesen ein Demo-Video gezeigt, in dem es darum ging, möglichst viele Punkte beim Dart-Werfen zu erzielen. Teilnehmer, die das Video 20-mal gesehen hatten, waren überzeugt, mehr Punkte in dem Spiel zu erzielen als diejenigen, die es nur einmal gesehen hatten. Sie hatten außerdem das Gefühl, ihre Technik verbessert zu haben. Der Praxistest zeigte etwas anderes. Diejenigen, die das Video öfter gesehen hatten, schnitten nicht besser ab als ihre Kollegen, die es nur einmal gesehen hatten. Auch in anderen Bereichen wie digitalen Computerspielen sei dieses Phänomen nachzuweisen.
Das Fazit der Wissenschaftler: Menschen, die Online-Tutorials und Erklärfilme nutzen, sollten vor einer möglichen Selbstüberschätzung gewarnt werden, damit sie vorsichtiger agieren. Weitere Tests sollen jetzt klären, welche Strategien gegen die Selbstüberschätzung nach Online-Tutorials helfen könnten.
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
458
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
396
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
259
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
225
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
197
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
160
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
144
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1268
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1254
-
Ablauf und Struktur des betrieblichen Eingliederungsmanagements
112
-
Wie das "S" in ESG zur Mitarbeiterbindung beiträgt
09.04.2026
-
Arbeit trotz Krankheit – Kommission empfiehlt Teilkrankschreibung
08.04.2026
-
ZP Süd 2026: Zwei Tage HR-Wissen zu „Team Human x AI“
07.04.2026
-
KI-Agenten werden an der Arbeitswelt vorbei entwickelt
02.04.2026
-
Altersdiskriminierung im Berufsalltag – zu jung, zu alt, zu unrecht
01.04.2026
-
Warum Organisationen eine Talent Roadmap brauchen
01.04.2026
-
Fünf Tipps für erfolgreiche HR-Software-Projekte
01.04.2026
-
Warum mehr Tools oft zu mehr Aufwand führen
01.04.2026
-
Relationship-Matching als strategisches HR-Instrument
01.04.2026
-
Die zwei Seiten von People Analytics
31.03.2026