Leistungsorientierte Vergütung wird Pflicht
Nahezu alle in der neuen Towers-Watson-Studie "Pay for Performance 2013" befragten deutschen und österreichischen HR-Verantwortlichen gewähren ihren Mitarbeitern leistungsbezogene Boni. Auch die Erhöhung des Grundgehalts ist in neun von zehn Unternehmen an die individuelle Leistung der Mitarbeiter gekoppelt.
Vergütungslemente nach Mitarbeitergruppen differenziert
91 Prozent der befragten Unternehmen unterscheiden in ihrem Angebot an leistungsorientierten Vergütungselementen nach Mitarbeitergruppen, um den jeweiligen Bedürfnissen und Zielen gerecht zu werden. So erhalten Vertriebsmitarbeiter meist Provisionen für abgeschlossene Kaufverträge, während beispielsweise Produktionsmitarbeiter Prämien für eine niedrige Ausschussquote erhalten.
Je größer die Unternehmen, umso eher wird nach Mitarbeitergruppen segmentiert: 95 Prozent der größeren Firmen unterscheiden leistungsabhängige Vergütungselemente nach Mitarbeitergruppen, während nur etwa 80 Prozent der kleineren Unternehmen eine Unterscheidung vornehmen. Knapp ein Zehntel (neun Prozent) der Unternehmen verzichten auf ein segmentiertes Angebot – häufig aus Gründen der Komplexität.
Vergütungssystem setzt bei Bonuszahlungen einen engen Spielraum
Bei den individuellen Bonusauszahlungen wird häufig nur innerhalb eines sehr schmalen Korridors – meist zwischen 80 und 120 Prozent – differenziert. So nutzen viele Unternehmen den möglichen Differenzierungsspielraum innerhalb ihres Vergütungssystems nicht aus. Stephanie Schmelter, Vergütungsexpertin und Co-Autorin der Studie, erklärt: "Der zulässige Spielraum erlaubt häufig, herausragende Leistungen mit bis zu 150 Prozent Bonus zu belohnen, während der Bonus bei sehr schlechten Arbeitsergebnissen im Extremfall ganz gestrichen werden kann."
Um Motivationseinbußen insbesondere bei High Performern durch fehlende oder zu geringe Differenzierung zu vermeiden, rät Martin Emmerich, Leiter des Beratungssegments Rewards, Talent und Communication bei Towers Watson Deutschland, bei der leistungsabhängigen Vergütung möglichst objektive, transparente und klar differenzierende Beurteilungssysteme zu verwenden.
In der Praxis haben sich, wie die Studie zeigt, sogenannte Beurteilungspanels als häufigstes Performance-Management-Instrument weitgehend durchgesetzt: Fast zwei Drittel (61 Prozent) der befragten Unternehmen bauen bei Vergütungsentscheidungen auf solche Besprechungen unter den Führungskräften zu Leistung und Potenzial ihrer Mitarbeiter. Danach folgen Richtlinien zur Boni-Verteilung, die von knapp zwei aus fünf Unternehmen (39 Prozent) eingesetzt werden, sowie die erzwungene Verteilung nach festen Vorgaben ("Forced Distribution") bei 27 Prozent der befragten Unternehmen.
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
653
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
579
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
428
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
306
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
295
-
Ablauf und Struktur des betrieblichen Eingliederungsmanagements
230
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
213
-
Mitarbeiterfluktuation managen
2044
-
Vorlage: Leitfaden für das Mitarbeitergespräch
181
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
165
-
Wie sehr KI bei der Leistungsbewertung menschelt
06.03.2026
-
Understanding migration: Challenges and delay in the integration process
06.03.2026
-
Leistung verstehen: Sechs Bausteine für ein ganzheitliches Verständnis
06.03.2026
-
Meilensteine der Frauenförderung
05.03.2026
-
Teilzeit und Fürsorgearbeit als Hürden für mehr Gleichstellung
05.03.2026
-
Warum mehr Tools oft zu mehr Aufwand führen
05.03.2026
-
Wenn Chat GPT die Bewerbung schreibt
04.03.2026
-
Warum Präsentismus dem Betrieb schadet
04.03.2026
-
Wie künstliche Intelligenz das Outplacement verändert
03.03.2026
-
Würdezentrierte Gespräche statt Exit-Interview im Offboarding
27.02.2026