Kaum Ausländer in deutschen Unternehmen
Mit der im Februar 2015 durchgeführten Studie "Internationale Arbeitswelten" sollte folgenden Fragen nachgegangen werden: Wie weit ist die Internationalisierung der deutschen Wirtschaft bereits fortgeschritten? Wie sind internationale Führungskräfte hierzulande aufgestellt? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und Mitarbeitern verschiedener, weit entfernter Standorte? 352 Fach- und Führungskräfte beteiligten sich online an der Befragung.
Nur wenige ausländische Arbeitnehmer in deutschen Unternehmen
Über die Hälfte der Befragten gab an, lediglich ein paar Mitarbeiter zu haben, die aus dem Ausland stammen. Bei fast 40 Prozent ist dies überhaupt nicht der Fall. Die wenigen ausländischen Arbeitnehmer stammen meist aus der Europäischen Union, der Schweiz oder aus Norwegen. Jede zweite Führungskraft war darüber hinaus der Ansicht, dass ihre Unternehmen nicht darauf achten, ob ihre Teams gemischt zusammengestellt werden – also mit Unterschieden in Geschlecht, Alter oder Nationalität.
Trotz des niedrigen Ausländeranteils haben 30 Prozent der Führungskräfte Mitarbeiter im Team, mit denen sie in einer Fremdsprache sprechen. Die meisten dieser Mitarbeiter sind an einem ausländischen Unternehmensstandort, für fast 50 Prozent der Führungskräfte ist die Fremdsprache aber auch am heimischen deutschen Standort nötig.
Defizite bei der Kommunikation auf Englisch
Mehr als 15 Prozent der Befragten fühlen sich beim beruflichen Gebrauch von Englisch unsicher – obwohl sie Englisch als ihre stärkste Fremdsprache betrachten. Um die 13 Prozent der Befragten gibt an „irgendwie“ und nur mit großen Defiziten durch Meetings oder Telefonate auf Englisch zu kommen. Über die Hälfte der Teilnehmer hat in diesem Zusammenhang Interesse an Weiterbildungsangeboten, die nicht auf Deutsch stattfinden.
Interkulturelle Weiterbildungen erwünscht
Die Führung auf Distanz mit den Mitarbeitern an ausländischen Standorten wird von den Befragten gut beurteilt. Dies betrifft sowohl die Kommunikation allgemein als auch die Kooperationsbereitschaft der ausländischen Mitarbeiter und die Gesamtqualität der Arbeitsergebnisse. Kritisch gesehen werden die Faktoren Transparenz und Termintreue. Um die Zusammenarbeit über große räumliche Entfernungen zu optimieren, wünschen sich Knapp 80 Prozent interkulturelle Weiterbildungen für Führungskräfte.
Furcht vor dem Fachkräftemangel
Mehr als 30 Prozent der befragten Führungskräfte sehen ihr Unternehmen nur unzureichend für die Globalisierung aufgestellt. Jeder Zweite ist dabei der Ansicht, dass sein Unternehmen in den nächsten fünf bis zehn Jahren vom Fachkräftemangel betroffen sein wird.
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