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09.10.2015 | Top-Thema Gruppendynamik

Trittbrettfahrer und Trottel

Kapitel
Wenn einzelne Gruppenmitglieder sich absichtlich weniger engagieren, reduzieren die anderen auch oft ihre Leistung.
Bild: © Corbis. All Rights Reserved.

Weitere Effekte, die zu Prozessverlusten und damit zu geringerer Leistung im Team führen, sind das Trittbrettfahren und der Trotteleffekt. Trittbrettfahren kann so verstanden werden, dass Gruppenmitglieder vom Einsatz anderer profitieren, ohne selbst etwas beizutragen.

Das Trittbrettfahren ist kritischer einzustufen als das soziale Faulenzen, da es bewusst stattfindet. Der Trotteleffekt umschreibt einen Motivationsverlust in Gruppen. Er tritt auf, wenn Gruppenmitglieder wahrnehmen oder antizipieren, dass andere Gruppenmitglieder ihre Anstrengungen verringern oder Trittbrett fahren. Um zu vermeiden, dass sie ausgenutzt werden, schrauben sie deshalb selbst ihre Anstrengungen herunter. Somit kommt es zu einer Art Teufelskreis des Motivationsverlusts.

Trittbrettfahrer nicht bloßstellen

Diese Effekte sind ebenfalls dadurch zu vermeiden, dass die einzelnen Leistungen aller Gruppenmitglieder sichtbar gemacht werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Mitglieder nicht bloßgestellt werden. Ansonsten besteht die Gefahr der sozialen Hemmung, also die Tendenz, bei der Ausführung komplexer Aufgaben unter der Beobachtung anderer weniger Leistung zu zeigen.

Autoren: Prof. Dr. Simone Kauffeld, Annika Meinecke (TU Braunschweig)

Psychologie, Gruppenarbeit

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