Weniger Burnout-Fälle – dafür mehr Depressionen
Im Jahr 2004 waren es noch sechs Ausfalltage pro 1.000 DAK-Versicherte, die aufgrund von Burnout entstanden. Sechs Jahre später, im Jahr 2010, waren es schon 100 Fehltage, zeigt eine Analyse des IGES-Instituts. 2013 sank die Zahl nun wieder auf 67 Fehltage. Auch im ersten Quartal 2014 setzte sich dieser Trend fort. Bei den Depressionen hat sich hingegen die Anzahl der Fehltage in den vergangenen 13 Jahren um 178 Prozent erhöht.
Ärzte diagnostizieren Burnout inzwischen differenzierter
Schon seit langem mahnen Mediziner an, dass es "Burnout" als Diagnose eigentlich nicht gibt. Meist handele es sich um depressive Erkrankungen, wie Arbeitsmediziner Uwe Gerecke im Interview mit der Haufe Online-Redaktion bestätigte. Und genau diese depressiven Erkrankungen sind nun laut den Zahlen der DAK häufiger geworden.
Die DAK-Experten vermuten denn auch, dass die differenziertere Herangehensweise die unterschiedliche Entwicklung der Zahlen begründet: "Wir beobachten, dass sich das Bewusstsein und die Sensibilität sehr verändert hat, wenn es um das Thema Burnout, aber auch um psychische Erkrankungen im Allgemeinen geht", erläutert DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. "Eine zunehmend differenziertere Diagnosepraxis führt mittlerweile dazu, dass häufiger eine Depression erkannt wird, die eigentlich hinter dem Burnout steckt."
Ausgaben für psychische Erkrankungen steigen weiter
Insgesamt sind die Leistungsausgaben der DAK-Gesundheit für die Behandlung von psychischen Erkrankungen in den vergangenen fünf Jahren um 15 Prozent gestiegen. Das geht aus den aktuellen Daten der Kasse hervor: Im vergangenen Jahr waren es 236,5 Millionen Euro, das entspricht sieben Prozent aller ambulanten Leistungsausgaben der DAK-Gesundheit. 2009 waren es 36,5 Millionen Euro weniger.
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