Männer halten im Vorstand länger durch
Lange Jahre konnte sich im Schnitt immer nur eine Frau unter den etwa 200 Dax-Vorständen behaupten. Zwischen 2009 und 2012 stieg der Frauenanteil dann deutlich an. 2012 lag er bei gut sieben Prozent, also 14 Frauen. Seitdem scheint der Anteil weiblicher Vorstände jedoch zu stagnieren und ist im vergangenen Jahr erstmals wieder von 14 auf zehn zurückgegangen. Damit liegt er jetzt bei 5,4 Prozent. Das hat die Beratung Simon-Kucher & Partners analysiert.
"Rückblickend liegt die Vermutung nahe, dass in einigen Fällen unbedingt eine Frau berufen werden sollte, die nun wieder relativ schnell aus dem Vorstand ausscheidet", so Co-Studienautor Christoph Lesch, Director bei Simon-Kucher. Auf Top-Management spezialisierte Personalberater würden von starkem Druck seitens der Unternehmen berichten, doch mindestens eine Kandidatin vorzustellen. "Da war dann offensichtlich manchmal das Geschlecht wichtiger als die beste fachliche Eignung", vermutet Lesch.
Seine These sieht er von der Tatsache gestützt, dass die durchschnittliche Amtszeit der ausgeschiedenen weiblichen Vorstände bei nur knapp drei Jahren liegt. Währenddessen bleiben die männlichen Vorstandskollegen mit über acht Jahren fast dreimal so lange im Amt.
Erfüllen der Frauenquote könnte länger dauern
Die Entwicklung des Frauenanteils auf Vorstandsebene sollte der Politik jedenfalls eine Lehre sein, mahnen die Studienautoren. "Wir sehen an der Entwicklung bei den Dax-Unternehmen, dass die Zahl hochqualifizierter weiblicher Vorstandskandidaten heute noch viel zu klein ist", so Berater Lesch. Die Entwicklung einer ausreichend großen Anzahl weiblicher Kandidaten werde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. "Wir sprechen dabei eher über zehn als über fünf Jahre, weil der Frauenanteil über alle Führungsebenen hinweg heranwachsen muss", warnt Lesch. Eine gesetzliche Quote, die noch in diesem Jahrzehnt einen Frauenanteil von 25 Prozent oder mehr vorschreibt, würde der deutschen Wirtschaft schaden.
Unabhängig von der Machbarkeit einer Quote beweise die Politik den Frauen keinen Gefallen, wenn sie ausschließlich an der Spitze der Pyramide ansetze, führen die Studienautoren weiter aus. Um Frauen dauerhaft den Zugang zu Jobs im Top-Management zu verschaffen, solle die Politik vielmehr die Rahmenbedingungen zur Vereinbarung von Beruf und Familie verbessern: "Damit wird Tausenden Frauen geholfen statt nur ein paar Dutzend", hebt Lesch hervor.
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
408
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
383
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
196
-
Vorlage: Leitfaden für das Mitarbeitergespräch
141
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
137
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
137
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
129
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1228
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1184
-
Ablauf und Struktur des betrieblichen Eingliederungsmanagements
116
-
Recruitingmessen richtig vorbereiten
13.01.2026
-
Welche Kanäle für Recruiting und Active Sourcing geeignet sind
13.01.2026
-
Persönliche Kandidatenansprache auf Recruitingmessen
13.01.2026
-
Jobmessen und Karrieremessen 2026 für Recruiter
13.01.2026
-
Drei Thesen zum Benefits-Portfolio der Zukunft
12.01.2026
-
Wie Führungskräfte gelassen und souverän ins neue Jahr starten
09.01.2026
-
Diese HR-Tech-Entwicklungen sollten Sie 2026 verfolgen
08.01.2026
-
2026 – Warum der bAV-Arbeitgeberzuschuss ohne Digitalisierung zum Risiko wird
07.01.2026
-
"HR darf nicht immer auf Erlaubnis warten"
07.01.2026
-
“Nicht das Gehalt erhöhen, sondern den Gehalt”
05.01.2026