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EU-Arbeitsminister setzen auf Qualitätsstandards für Praktika

Einblick in die Praxis: Praktikumsplätze könnten künftig rar werden, befürchtet der DIHK.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ende 2013 hat die EU-Kommission den "Qualitätsrahmen für Praktika" vorgestellt, der im Zuge des EU-Jugendbeschäftigungspakets verabschiedet werden soll. Nun haben die EU-Arbeitsminister diese Standards noch einmal eindringlich befürwortet. Der DIHK wettert jdeoch dagegen.

Die EU-Arbeitsminister wollen Praktikanten stärker davor schützen, als kostenlose Arbeitskräfte ausgebeutet zu werden. Sie empfehlen dafür, die Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeiten zu prüfen. Außerdem raten sie Arbeitgebern dazu, mit ihren Praktikanten eine schriftliche Vereinbarung zu schließen und ihnen einen Anleiter zur Seite stellen.

EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor appellierte an die nationalen Regierungen, die Ratschläge umzusetzen. "Praktikanten sollten nicht als eine kostenlose oder billige Bezugsquelle von Arbeitskraft genutzt werden; sie sollten keine festen Angestellten ersetzen. Vielmehr sollten Praktika als eine Investition betrachtet werden, die wertvoll für den Arbeitgeber und den Praktikanten ist."

Kritik vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag

Rechtlich verbindlich sind die EU-Empfehlungen zwar nicht. Doch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) übt trotzdem Kritik an den Vorschlägen. So erklärt er in einem Newsletter, dass es in Deutschland bereits ausreichend gesetzliche Regelungen gegen den Missbrauch von Praktika gebe. Weitere rechtliche Vorgaben seien kritisch: "Sind die formalen Anforderungen zu hoch, besteht die Gefahr, das insbesondere kleine und mittelständische Firmen ihr Angebot zumindest reduzieren."

Außerdem befürchtet der DIHK, dass die EU auch einen Mindestlohn für Praktika einführen könnte, was wiederum weniger Praktikumsplätze zur Folge hätte.

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