09.04.2014 | DGB-Studie

Ein Sechstel der Arbeitnehmer leistet unbezahlte Überstunden

Abendliche Überstunden, die unbezahlt bleiben, sind für viele Beschäftigte an der Tagesordnung.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wachsender Leistungsdruck, Arbeitsverdichtung und permanente Verfügbarkeit: Das sind laut einer DGB-Studie Gründe für die freiwilligen, unbezahlten Überstunden vieler Beschäftigter. Sie setzen sich danach oft selbst unter Druck. Die Arbeitgeber widersprechen.

Ein Sechstel der Arbeitnehmer leistet regelmäßig unbezahlte Überstunden, um mit dem wachsenden Arbeitspensum fertig zu werden. Für immerhin ein Viertel trifft dies hin und wieder zu, ergab die vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) veröffentlichte Umfrage unter 5.800 Beschäftigten.

Für fast zwei Drittel (61 Prozent) erhöhte sich die Arbeitsintensität in den vergangenen zwölf Monaten nach eigener Einschätzung erneut. 56 Prozent der Befragten gaben an, sie fühlten sich oft gehetzt - und nur 45 Prozent gehen davon aus, diese Belastung bis zum gesetzlichen Rentenalter durchhalten zu können.

Die meisten unbezahlten Überstunden fallen im Erziehungsbereich an

Am häufigsten fällt Mehrarbeit zum Nulltarif nach eigener Einschätzung der Befragten im Bereich Erziehung und Unterricht an: Dort bejahten 45 Prozent die Frage danach. Von jenen, die insgesamt regelmäßig unbezahlte Überstunden leisten, gaben 44 Prozent an, dass der Arbeitgeber von ihnen ständige Erreichbarkeit erwartet.

Aus Sicht der Arbeitgeber zeichnet die DGB-Studie „ein verzerrtes Bild der Arbeitsbedingungen in Deutschland“. Die Fakten politisch und wirtschaftlich unabhängiger Institutionen zeigten ein anderes Bild. Danach verzeichne Deutschland auch im internationalen Vergleich Spitzenwerte bei der Arbeitszufriedenheit - und zwar deutlich über dem EU-Durchschnitt.

Schlagworte zum Thema:  Überstunden, Stress, Anti-Stress-Verordnung

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