Der ehrbare Kaufmann als Compliance-Vorbild
Künftig soll das Leitbild des ehrbaren Kaufmanns im Deutschen Corporate Governance Kodex enthalten sein und damit als Vorbild für die gute Unternehmensführung dienen. Darauf verständigte sich eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission vergangene Woche in Berlin: Im Fokus stehe "nicht nur Legalität, sondern auch ethisch fundiertes eigenverantwortliches Verhalten", heißt es nun in der Präambel des Governance Kodex. In der Kommission sitzen Vertreter aus Vorständen und Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften und Investmentfonds sowie Vertreter aus Wissenschaft und Gewerkschaften.
Von Corporate Governance zu Compliance
Zu den Neuerungen zählt unter anderem einen Abschnitt zum Schutz von internen Hinweisgebern, die als sogenannte "Whistleblower" auf Missstände aufmerksam machen sollen. Ergänzend dazu enthält der Governance Kodex nun auch die Empfehlung an den Vorstand, ein Compliance-System zur Einhaltung der Gesetze und sonstiger Regeln zu etablieren: "Beschäftigten soll auf diese Weise die Möglichkeit eingeräumt werden, geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben; auch Dritten sollte diese Möglichkeit eingeräumt werden", lautet die Formulierung im neuen Regelkatalog.
Governance und Managergehälter
Die aktuelle Diskussion zur Höhe von Managergehältern findet sich ebenfalls in der Neufassung des Corporate Governance Kodex wieder: Die Bemessungsgrundlage für variable Vergütungen von Vorstandsmitgliedern soll nun "im Wesentlichen zukunftsbezogen sein", lautet die Empfehlung der Kommission. Mehrjährige Vergütungen, die in die Berechnung anteilig einbezogen werden, "sollten nicht vorzeitig ausbezahlt werden", führt der Verhaltenskodex weiterhin aus.
Empfehlung oder Verpflichtung?
Die Regelungen des Governance Kodex gelten nach dem Aktiengesetz für börsennotierte deutsche Unternehmen: Diese Unternehmen müssen in einem jährlichen Bericht erklären, welchen Empfehlungen sie mit welcher Begründung nicht gefolgt sind.
Der Deutsche Corporate Governance Kodex: Ein Kompass für die Unternehmensführung
Dennoch ist der Deutsche Governance Kodex in weiten Teilen als Instrument der Selbstregulierung konzipiert. Die Sorge einiger Unternehmen, die Aufnahme des Leitbilds vom ehrlichen Kaufmann führe zu neue Haftungskriterien, hält der Kommissionsvorsitzender Manfred Gentz für unbegründet: "Dieses schafft keinen Haftungstatbestand", kommentierte der frühere Daimler-Finanzvorstand. "Und trotzdem wollen wir darauf hinweisen, dass ein moralischer Kompass für unternehmerisches Handeln notwendig ist".
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
405
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
247
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
228
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1714
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
168
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
133
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
124
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
109
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
998
-
Studie offenbart zu wenige Strukturen beim Onboarding
98
-
So wird BGM vom Maßnahmenkatalog zum Steuerungsinstrument
30.06.2026
-
Von Inspiration zur Umsetzung: Warum sich die ZP Europe 2026 lohnt
29.06.2026
-
Nachhaltigkeit unter Druck: Gegenwind, aber kein Stillstand
29.06.2026
-
Wie Beschäftigte die Kündigung erleben
25.06.2026
-
Warum Social Media eine strategische Ressource für HR ist
24.06.2026
-
Aufräumen bei der Payroll
23.06.2026
-
Deniz Undav und die Frage, die jede Führungskraft kennt
23.06.2026
-
Bike to Work: Wie gemeinsames Pendeln den Teamgeist stärken kann
22.06.2026
-
So bleibt es auch bei Hitze im Büro erträglich
19.06.2026
-
So lernen Führungskräfte Veränderung
19.06.2026