Unternehmen zahlen, evaluieren aber nicht
Der durchschnittliche Stundensatz für Coaching betrug 2014 insgesamt 165 Euro, so die Analyse von Jörg Middendorf vom BCO Köln. Damit ist der Coaching-Lohn wieder auf den Wert von 2012 gestiegen. Im Jahr 2013 waren die Coaching-Stundensätze etwas gesunken. Erwartungsgemäß sind die Coaching-Honorare bei unternehmensbezahlten Coachings mit 187 Euro pro Stunde deutlich besser bezahlt, als privat bezahlte Coachings mit 130 Euro pro Stunde. Vor allem im privaten Bereich sind die Stundensätze wieder gestiegen – um 4,4 Prozent gegenüber Vorjahr. Dagegen ist der Stundensatz im Unternehmensbereich mit 1,8 Prozent deutlich weniger stark gestiegen.
Mit circa einem Drittel blieb auch in diesem Jahr der Anteil der Coachings an der Gesamtarbeitsleistung von Coaches stabil. Die meisten Coaches leben immer noch nicht vom Coaching, sondern vor allem von Trainings, der Personal- und Organisationsentwicklung sowie in geringerem Umfang von weiteren Beratungsleistungen und Ausbildungstätigkeiten.
Wichtigste Coaching-Themen
Top-Themen in den Coachings 2014 waren die Übernahme von neuen Aufgaben, Funktionen, Selbstreflexion sowie Führungskompetenzentwicklung. Außerdem hat das Thema Stressmanagement und Burnout-Prophylaxe an Bedeutung im Vergleich zum Vorjahr gewonnen. An Bedeutung verloren hat dagegen das Thema Konflikte und Beziehungsmanagement.
Wie in jedem Jahr wurde auch dieses Mal ein Schwerpunktthema gesondert abgefragt: „Coaching heute: Zwischen Vertraulichkeit und Firmeninteressen“. Ergebnisse zu diesem Schwerpunkt zeigten deutlich, dass Vertraulichkeit durchweg als wichtiges Thema angesehen wird und dass die Regel „Keine Gespräche mit Dritten“ unter Coaches voll anerkannt ist. Dies ist umso wichtiger, da nur in neun Prozent der Fälle der Coaching-Klient auch gleichzeitig der Auftraggeber des Coachings ist.
Wenig Interesse an Evaluation und Ethik
Auf der anderen Seite werden Coaches in der Praxis aber so gut wie nie von Auftraggeber-Seite nach deren ethischen Richtlinien (zum Beispiel bei einer Verbandszugehörigkeit) gefragt oder auf interne Richtlinien zum Coaching in der Organisation aufmerksam gemacht. Hier zeigt sich, wie auch schon in früheren Untersuchungen in Bezug auf die Qualitätssicherung im Coaching, dass in diesen Bereichen mehr Anstrengungen von Seiten der Coaches gemacht werden, als von Seiten der Unternehmen. Insgesamt bleiben die Themen Qualitätssicherung und Ethik eher Randthemen in der Diskussion zwischen den HR-Abteilungen und Coaches. Die aktuellen Ergebnisse zeigten zum Beispiel, dass nur in sieben Prozent der Coachings überhaupt eine schriftliche Evaluation der Beratung an HR geht.
Über die Coaching-Umfrage
Die Coaching-Umfrage Deutschland wird seit 2002 von Jörg Middendorf vom BCO Köln mit wechselnden Partnern aus dem Coaching-Bereich herausgegeben. Generelles Ziel der Umfrage ist es mehr Transparenz zum Coaching-Markt zu erreichen.
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