20.01.2014 | Bundesregierung

Frauenquote schon in 100 Tagen?

Bundesjustizminister Heiko Maas will die Frauenquote schnell einführen.
Bild: Frank Nürnberger

Wenn es nach dem Bundesjustizminister Heiko Maas geht, soll schon in kürzester Zeit ein Gesetz zur Frauenquote stehen. Wie er der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte, will er sie zusammen mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig noch "innerhalb der ersten 100 Tage auf den Weg bringen".

Union und SPD hatten sich wie berichtet in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass Aufsichtsräte großer Unternehmen ab 2016 eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent aufweisen sollen. Dies sei "ein erster Schritt" und werde auch Auswirkungen auf die Vorstände haben, sagte Maas. "Mehr Frauen in den Aufsichtsräten werden zu mehr Frauen in den Vorständen führen."

Auch die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Carola Reimann, erklärte am Sonntag nachdrücklich: "Die Quote muss sein." Werde die Vorgabe nicht erreicht, blieben die dafür vorgesehenen Stühle frei. "Das wird Zugkraft haben. Auch bei den Vorständen wird es mit verbindlichen Zielvorgaben ab 2015 einen Schub nach vorne geben."

Weibliche Führungskräfte auch in der Politik noch unüblich

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) machte sich ebenfalls dafür stark, Frauen auf dem Weg in die Chefetagen stärker zu unterstützen. Wenn es zwei Politikerinnen nach ganz oben schafften - wie etwa als Spitzenkandidatinnen im Landtagswahlkampf in Thüringen -, dann werde das als "Frauenduell" zum großen Thema. "Das zeigt, dass es immer noch nicht ganz normal ist, dass Frauen in Führungspositionen sind", sagte Dreyer in einem dpa-Interview.

Schlagworte zum Thema:  Frauenquote, Bundesregierung

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