Betriebe wollen Homeofficeangebote auf Vorkrisenniveau zurückführen
Die betrieblichen Pläne zum Einsatz von Mobilarbeit weisen für die Zeit nach der Pandemie in sehr unterschiedliche Richtungen. Zwar plant der Großteil (67 Prozent) der Betriebe mit mehr als 250 Beschäftigten, seine Homeoffice Angebote gegenüber den Möglichkeiten vor der Pandemie auszubauen. Die meisten der Betriebe in Deutschland, die bereits vor der Pandemie grundsätzlich mobile Arbeit oder Homeoffice angeboten hatten, wollen diese Möglichkeiten allerdings wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückfahren oder sogar noch mehr einschränken.
In der Relation zu allen Betrieben in Deutschland, die grundsätzlich Homeofficearbeit ermöglichen, macht der Teil der Unternehmen, die Homeoffice verstärkt anbieten wollen, nur knappe 11 Prozent aus. Das zeigt eine zwischen dem 05. und dem 20. Juli durchgeführte repräsentative Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Homeofficeangebot nach Corona wieder auf Vorkrisenniveau
Die Pläne der meisten Betriebe zur Zukunft des Homeoffice-Angebots nach der Pandemie sind im Laufe des letzten Jahres größtenteils stabil geblieben. Zu den Gründen, mehr oder weniger Homeoffice als vor der Krise anbieten zu wollen, wurden die Betriebe im Oktober 2020 befragt. Dabei zeigte sich, dass die Betriebe, die zukünftig mehr Homeoffice anbieten wollen als vor der Krise, dadurch vor allem die Flexibilität ihrer Beschäftigten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern möchten. "Beides geht häufig mit der Erwartung einher, sich damit als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren", so IAB-Forscherin Laura Pohlan.
Warum Betriebe Homeofficemöglichkeiten zurückfahren wollen
Knapp zwei Drittel der Betriebe, die Homeoffice nicht ausbauen oder sogar zurückfahren möchten, gaben im Oktober 2020 an, dass sich die Tätigkeiten großer Teile ihrer Beschäftigten nicht wirklich für die Arbeit von zu Hause aus eignen. Als weiteren Hinderungsgrund führen viele die erschwerten Bedingungen der Zusammenarbeit auf Distanz an (55 Prozent). Betriebe, die angeben, dass die Distanz die Zusammenarbeit erschwere, haben häufiger auch Bedenken, ihre Beschäftigten ungleich zu behandeln. An dritter Stelle wird als Argument gegen mehr Homeoffice die Unternehmenskultur genannt (39 Prozent).
Weitere Gründe sind befürchtete Produktivitätseinbußen, fehlende technische Ausstattung, Datenschutz oder die Einschätzung, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder auch Führungskräfte nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, ihre Arbeit in angemessener Weise auch von zu Hause aus zu erledigen.
Nutzung von Homeoffice während der Pandemie
In der repräsentativen Betriebsbefragung "Betriebe in der Covid-19-Krise" werden monatlich etwa 1.500 bis 2.000 Betriebe zum Umgang mit der Corona-Krise befragt. Das IAB hat dabei mehrfach auch Daten zur Bedeutung von Homeoffice erhoben. Danach boten im Oktober 2020 42 Prozent der Betriebe in Deutschland zumindest einem Teil ihrer Beschäftigten grundsätzlich die Möglichkeit an, ganz oder teilweise von zu Hause aus zu arbeiten. In diesen Betrieben arbeiteten etwa 70 Prozent aller Beschäftigten. Bis Juli 2021 ist der Anteil der Betriebe, die ihren Beschäftigten Homeoffice anbieten, auf 50 Prozent gestiegen. Dort sind etwa drei Viertel aller Beschäftigten tätig. Der Anstieg lässt sich über alle Betriebsgrößenklassen hinweg beobachten.
Als Hauptgrund, warum Homeoffice nicht genutzt wird (beispielsweise im Gastgewerbe), führen fast alle betroffenen Betriebe an, dass sich manche Tätigkeiten nicht für die Arbeit von zu Hause aus eignen. Ein Drittel dieser Betriebe sieht auch eine fehlende technische Ausstattung als Hinderungsgrund, 20 Prozent nennen den Datenschutz als Hürde.
Das könnte Sie auch interessieren:
Arbeitsplatzkonzepte: Die Kraft des Raumes
Mehr zu den Bedürfnissen in einer hybriden Arbeitswelt und der neuen Rolle des Büros lesen Sie im aktuellen Sonderheft "Personalmagazin plus: Arbeitswelten", das Sie hier kostenlos als PDF herunterladen können.
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
408
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
383
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
196
-
Vorlage: Leitfaden für das Mitarbeitergespräch
141
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
137
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
137
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
129
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1228
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1184
-
Ablauf und Struktur des betrieblichen Eingliederungsmanagements
116
-
Recruitingmessen richtig vorbereiten
13.01.2026
-
Welche Kanäle für Recruiting und Active Sourcing geeignet sind
13.01.2026
-
Persönliche Kandidatenansprache auf Recruitingmessen
13.01.2026
-
Jobmessen und Karrieremessen 2026 für Recruiter
13.01.2026
-
Drei Thesen zum Benefits-Portfolio der Zukunft
12.01.2026
-
Wie Führungskräfte gelassen und souverän ins neue Jahr starten
09.01.2026
-
Diese HR-Tech-Entwicklungen sollten Sie 2026 verfolgen
08.01.2026
-
2026 – Warum der bAV-Arbeitgeberzuschuss ohne Digitalisierung zum Risiko wird
07.01.2026
-
"HR darf nicht immer auf Erlaubnis warten"
07.01.2026
-
“Nicht das Gehalt erhöhen, sondern den Gehalt”
05.01.2026