0

| Active Sourcing

Unkonkrete Kontaktaufnahmen versprechen mehr Erfolg

Für erfolgreiches Active Sourcing über soziale Netzwerke ist auch reichlich Erfahrung nötig.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Auf der Suche nach passenden Bewerbern nutzen Recruiter verstärkt soziale Netzwerke, in denen sie proaktiv suchen. Dieses "Active Sourcing" verspricht laut einer Studie vor allem dann Erfolg, wenn die Personaler im ersten Kontakt nicht zu viele Details über die vakante Stelle nennen.

Dass Active Sourcing bereits angekommen im Recruiting, belegt der "Social Media Recruiting Report 2013" des Institute for Competitive Recruiting (ICR): 25 Prozent der befragten Unternehmen betreiben danach diese aktive Ansprache potenzieller Mitarbeiter. Der nun ebenfalls vom ICR vorgelegte "Active Sourcing Report 2013" zeigt zudem, dass immerhin 20 Prozent der 445 befragten Unternehmen schon über 40 Prozent ihrer Stellen über "Active Sourcing" generieren.

Responserate im Active Sourcing ist Indiz für Recruiting-Erfolg

Im neuen Report wird auch genauer untersucht, wie Personaler vorgehen, wenn sie Kandidaten über soziale Netzwerke ansprechen und welche Erfolge sie dabei verzeichnen. Erfolge sind in diesem Fall schon die Reaktionen der Angesprochenen auf die Kontaktanfrage der Recruiter. Denn diese Responserate ist nicht einfach zu erreichen, wie der "Active Sourcing Report" belegt: Wenn 100 Kandidaten über soziale Netzwerke angemailt werden, erhält fast die Hälfte der Recruiter nur von maximal 20 eine Antwort. Eine Quote von 40 Prozent und mehr erreichen nur etwa zwölf Prozent der Befragten.

Ein Link zur Stelle verschlechtert die Antwortchancen

Der Autor der Studie, Wolfgang Brickwedde, hat in den Daten nach Antworten auf diese niedrigen Responseraten gesucht, indem er die Inhalte der ersten Ansprache abgefragt und mit den Responseraten verglichen hat. Dabei zeigt sich: Recruiter, die in ihrer ersten Ansprache sehr konkrete Inhalte zur vakanten Stelle liefern, erhalten seltener Antwort von den Kandidaten. So schicken Recruiter, die eine Responsequote von unter fünf Prozent haben, wesentlich häufiger einen Link zur besetzenden Position mit (etwa 76 gegenüber 31 Prozent). Dagegen senden Recruiter, die eine Responserate zwischen 40 und 50 Prozent erreichen, häufig persönliche Angaben passend zur konkreten Vakanz aus dem Profil des Kandidaten mit (zirka 53 gegenüber 18 Prozent).

Erfahrung ist wichtig im Active Sourcing

Daneben erhöht die Erfahrung der Active Sourcer auch die Responsequote: Wer erst einmal drei Jahre Erfahrung im Active Sourcing gesammelt hat, kann mit einer im Schnitt 30 bis 40 Prozent höheren Antwortrquote rechnen. Dagegen beeinflusst die Unternehmensgröße des Recruiters wenig die Chance auf eine Antwort des Kandidaten. Auch der Vergleich der Antwortraten mit der zu rekrutierenden Funktion ergibt keine signifikanten Unterschiede. Brickwedde gibt lediglich an, dass bei Ingenieuren die Ansprache wohl etwas schwieriger ist als bei Marketingmitarbeitern.

Xing verspricht den größten Recruitng-Erfolg

Entscheidend für das abschließende Recruiting ist auch die Wahl des Netzwerks und der Plattform im Active Sourcing. Hier kann Xing am meisten überzeugen. 70 Prozent der Befragten geben an, dass sie über Xing die besten Recruiting-Ergebnisse erzielen. Lebenslaufdatenbanken wie Monster oder Stepstone werden an zweiter Stelle – allerdings nur von 14 Prozent – genannt. Linkedin nennen nur 7,3 Prozent bei der Fragen nach dem Netzwerk mit den besten Recruiting-Ergebnissen. Allerdings sind die Recuruiter mit diesen drei Plattformen auch einfach am vertrautesten. Im Umgang mit Google+ und Twitter sind sie bisher wesentlich bewandert.

Im Interview mit Wolfgang Brickwedde erfahren Sie, welche Tipps er Personalern für das Recruiting über Twitter gibt.

Haufe Online Redaktion ⁄

Active Sourcing, Recruiting, Xing

Aktuell

Meistgelesen