Innenministerin Faeser will Digitalisierung vorantreiben
Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat ihre Pläne zur Verwaltungsdigitalisierung in einem Interview mit dem dbb magazin des Deutschen Beamtenbundes skizziert.
Faeser kündigt bessere Aus- und Fortbildung an
Der Digitaliserung komme eine zentrale Bedeutung zu, so Faeser: „Die Modernisierung des Staates und digitale Innovationen haben wir im Koalitionsvertrag bewusst an den Anfang gesetzt. Als Bundesinnenministerium wollen wir Vorbild und Antreiber für den digitalen Staat sein. Das bedeutet vor allem, dass Behörden von Bund, Ländern und Kommunen enger und schneller zusammenarbeiten müssen. Mit dem Onlinezugangsgesetz, sicheren digitalen Identitäten auch auf dem Smartphone und der Modernisierung der Registerlandschaft stemmen wir hier große Reformvorhaben. Klar ist aber auch: Digitaler Aufbruch ist ohne mehr und bessere Aus- und Fortbildung in der Verwaltung nicht zu denken. Beides muss aus einer Hand kommen, zum Beispiel an unserer Digitalakademie“, sagte Faeser mit Blick auf ihre Prioritäten bei der Digitalisierung.
Chance für die Fachkräftegewinnung
Die angestrebte Modernisierung sieht die Bundesinnenministerin auch als Chance bei der Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung: „Die Digitalisierung bietet die Chance für flachere Hierarchien und bessere Vernetzung auf allen Ebenen der Verwaltung. Hierzu gehören agile Projektteams und Innovationseinheiten. Das macht den öffentlichen Dienst gerade für junge Kolleginnen und Kollegen, die sich schnell weiterentwickeln wollen, attraktiver.“ Generell will sie mehr dafür tun, um junge Menschen für die Arbeit im öffentlichen Dienst zu begeistern. „Die öffentliche Verwaltung steht vor der Aufgabe, die stark ansteigenden Altersabgänge auszugleichen. Wir brauchen schnellere Einstellungsverfahren und müssen Talente gezielt ansprechen. Wir müssen im Wettbewerb mit der Wirtschaft den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber attraktiver machen. Die Entwicklung einer Dacharbeitgebermarke Bundesverwaltung ist dafür ein wichtiger Schritt“, so Faeser.
Faeser will Beschäftigte besser vor Gewalt schützen
Den Schutz der Beschäftigten vor physischer und psychischer Gewalt durch Dritte will Nancy Faeser ebenfalls verbessern: „Ich bin jedes Mal zutiefst erschüttert und angewidert, wenn ich von den immer häufigeren Angriffen auf Menschen höre, die in unser aller Auftrag und zu unser aller Wohl arbeiten – Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter, Polizistinnen und Polizisten, die Kolleginnen und Kollegen in den Jobcentern und viele andere. Die Täter müssen konsequent zur Verantwortung gezogen werden. Wir brauchen einen besseren Schutz für Betroffene. Und wir wollen für eine wirkungsvolle Prävention sorgen. Deswegen hat das BMI gemeinsam mit dem dbb und mit dem DGB eine breit angelegte Studie zur Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes auf den Weg gebracht. Die Ergebnisse werden wir Mitte dieses Jahres vorstellen – und darauf aufbauend konkret handeln.“
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