Zuordnungsentscheidungen haben im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldungen zu erfolgen. Bild: Haufe Online Redaktion

Auch in diesem Jahr endet mit Ablauf des 31.5.2018 die Frist für die Zuordnungsentscheidung bei unternehmerisch genutzten Wirtschaftsgütern/Vermögensgegenständen. Der Unternehmer sollte bzw. muss bis zu diesem Zeitpunkt eine Zuordnungsentscheidung gegenüber dem Finanzamt dokumentieren und hierbei klar und deutlich darlegen, ob der Gegenstand (auch Grundstücke) dem Unternehmensvermögen in vollem Umfang, teilweise oder nicht zugeordnet wird. Die Zuordnungsentscheidung ist im Zeitpunkt des Leistungsbezuges vorzunehmen und betrifft alle Gegenstände, die im Kalenderjahr/Wirtschaftsjahr 2017 angeschafft wurden.

Zuordnungsentscheidungen haben im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldungen zu erfolgen

Gibt der Unternehmer monatliche oder vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldungen ab, hätte die Zuordnungsentscheidung bereits im Rahmen der Voranmeldungen erfolgen müssen (im Monat oder Quartal des Leistungsbezugs). Sollte dies nicht erfolgt sein oder handelt es sich bei dem Unternehmer um einen Jahreszahler (Voranmeldungszeitraum = Kalenderjahr) sollte die Zuordnungsentscheidung in einem separaten Schreiben gegenüber dem Finanzamt dokumentiert werden, damit der Vorsteuerabzug nicht verloren geht.

Keine Fristverlängerung möglich

Die Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung 2017 nach dem 31.5. bis spätestens 31.12.2018 reicht nicht aus, um diese Ausschlussfrist zu umgehen. Auch haben Fristverlängerungen, die vom Finanzamt für die Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung 2017 gewährt wurden, keinen Einfluss auf die Frist. Als Ausschlussfrist ist diese nicht verlängerbar.

Praxis-Beispiele zum Zeitpunkt der Erklärung der Zuordnungsentscheidung

  1. Der Unternehmer U erwirbt in 2017 einen PKW, den er sowohl für berufliche als auch private Zwecke nutzt. U ist nicht dazu verpflichtet unterjährig Umsatzsteuervoranmeldungen einzureichen. Um den Vorsteuerabzug in vollem Umfang in Anspruch nehmen zu können, muss U seinem Finanzamt gegenüber schriftlich bis zum 31.5.2018 erklären, dass er den PKW seinem Unternehmensvermögen zuordnet. Diese Erklärung sollte außerdem Angaben zum Umfang der unternehmerischen Nutzung enthalten.
  2. Unternehmer V hat Aufwendungen für die Herstellung eines Gebäudes getragen, welches er sowohl fremdvermieten (50 %) als auch privat (50 %) nutzen will. Aus den Eingangsrechnungen des Bauunternehmens zieht er 50 % Vorsteuer (entsprechend der Absicht das Gebäude nach Fertigstellung zu 50 % an andere Unternehmer umsatzsteuerpflichtig zu vermieten). Verändert sich nach einem Jahr die Situation derart, dass V nicht mehr 50 %, sondern nur noch 20 % des Gebäudes privat nutzen möchte, kann der anteilige Vorsteuerabzug i.H.v. 30 % nur geltend gemacht werden, wenn das Gebäude in vollem Umfang (ab Beginn des Herstellungsprozesses) dem Unternehmensvermögen des V zugeordnet worden ist. Die Korrektur des Vorsteuerabzugs ist nach § 15a Abs. 1 Satz 2 UStG auf 10 Jahre beschränkt. Eine Nutzungsänderung ab dem 11. Jahr nach Herstellung hat keine Auswirkungen mehr auf die Geltendmachung von Vorsteuerbeträgen aus den Rechnungen für die Herstellung des Gebäudes.

Praxis-Hinweis: Verschiebung der Frist in Zukunft denkbar

Ab dem Veranlagungszeitraum 2018 verlängert sich die Frist zur Abgabe der Steuererklärungen auf den 31.7. des Folgejahres (§ 149 Abs. 2 AO). Die Verlängerung dürfte sich damit unmittelbar auf die Frist über die Zuordnungsentscheidung auswirken.

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Schlagworte zum Thema:  Vorsteuerabzug, Umsatzsteuervoranmeldung

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