Zuordnungsentscheidung treffen und Vorsteuerabzug sichern

Durch das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens wurden die Fristen für die Abgabe von Steuererklärungen für 2018 auf den 31.7.2019 verlängert (§ 149 Abs. 2 AO). Die Verlängerung greift auch für die Zuordnungsentscheidung der Unternehmer. Bis einschließlich der Veranlagungszeiträume 2017 endete die Frist für die Zuordnung von unternehmerisch genutzten Wirtschaftsgütern/Vermögensgegenständen mit Ablauf des 31.5. des Folgejahres.

Abgabefristen der Steuererklärung

Zuordnungsentscheidungen haben im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldungen zu erfolgen

Der Unternehmer sollte bzw. muss bis zu diesem Zeitpunkt eine Zuordnungsentscheidung gegenüber dem Finanzamt dokumentieren und hierbei klar und deutlich darlegen, ob der Gegenstand (auch Grundstücke) dem Unternehmensvermögen in vollem Umfang teilweise oder auch überhaupt nicht zugeordnet wird. Die Zuordnungsentscheidung ist im Zeitpunkt des Leistungsbezuges vorzunehmen und betrifft demnach alle Gegenstände, die im Kalenderjahr/Wirtschaftsjahr 2018 angeschafft wurden.

Gibt der Unternehmer monatliche oder vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldungen ab, hätte die Zuordnungsentscheidung bereits im Rahmen der Voranmeldungen erfolgen müssen (im Monat oder Quartal des Leistungsbezugs). Sollte dies nicht erfolgt sein oder handelt es sich bei dem Unternehmer um einen Jahreszahler (Voranmeldungszeitraum = Kalenderjahr) sollte die Zuordnungsentscheidung in einem separaten Schreiben gegenüber dem Finanzamt dokumentiert werden, damit der Vorsteuerabzug nicht verloren geht.

Keine Fristverlängerung möglich

Die Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung 2018 nach dem 31.7. und bis spätestens 31.12.2019 reicht nicht aus, um diese Ausschlussfrist zu umgehen. Auch haben Fristverlängerungen, die vom Finanzamt für die Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung 2018 gewährt wurden keinen Einfluss auf die Frist. Als Ausschlussfrist ist diese nicht verlängerbar.

Praxis-Beispiele

Praxis-Beispiele zum Zeitpunkt der Erklärung der Zuordnungsentscheidung

  1. Der Unternehmer U erwirbt in 2018 einen PKW, den er sowohl für berufliche als auch private Zwecke nutzt. U ist nicht dazu verpflichtet, unterjährig Umsatzsteuervoranmeldungen einzureichen. Um den Vorsteuerabzug in vollem Umfang in Anspruch nehmen zu können, muss U seinem Finanzamt gegenüber schriftlich bis zum 31.7.2019 erklären, dass er den PKW seinem Unternehmensvermögen zuordnet. Diese Erklärung sollte außerdem Angaben zum Umfang der unternehmerischen Nutzung enthalten.
  2. Unternehmer V hat Aufwendungen für die Herstellung eines Gebäudes getragen, das er sowohl fremdvermieten (50%) als auch privat (50%) nutzen will. Aus den Eingangsrechnungen des Bauunternehmens zieht er 50 % Vorsteuer (entsprechend der Absicht das Gebäude nach Fertigstellung zu 50% an andere Unternehmer umsatzsteuerpflichtig zu vermieten). Verändert sich nach einem Jahr die Situation derart, dass V nicht mehr 50% sondern nur noch 20% des Gebäudes privat nutzen möchte, kann der anteilige Vorsteuerabzug vom 30% nur geltend gemacht werden, wenn das Gebäude in vollem Umfang (ab Beginn des Herstellungsprozesses) dem Unternehmensvermögen des V zugeordnet worden ist. Die Korrektur des Vorsteuerabzugs ist nach § 15a Abs. 1 S. 2 UStG auf zehn Jahre beschränkt. Eine Nutzungsänderung ab dem elften Jahr nach Herstellung hat keine Auswirkungen mehr auf die Geltendmachung von Vorsteuerbeträgen aus den Rechnungen für die Herstellung des Gebäudes.

Diese Informationen könnten Sie auch interessieren:

Steuererklärung 2018: Fristen und Fristverlängerung

Schlagworte zum Thema:  Vorsteuerabzug, Umsatzsteuer-Voranmeldung