Wer mögliche Fallstricke kennt, kann sie besser vermeiden. Bild: Haufe Online Redaktion

Unternehmen benötigen Navigatoren, die sie sicher durch die vielfältigen wirtschaftlichen, politischen, rechtlichen und technischen Gefahrenstellen manövrieren. Ihr Name: Risikomanager. Ihr Vorteil: Das Wissen, wie mit Risiken aber auch Chancen umzugehen ist.

Schäden im Monatstakt: Wie Murphy's Gesetz immer wieder bestätigt wird

Mai 2017: Die Hackerattacke „WannaCry“ infiziert hunderttausende Computersysteme in weit über 100 Ländern. Die Folgen sind Ausfälle bei der Automobilindustrie, der Bahn, in Krankenhäusern sowie bei Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen.

Juni 2017: Der Bundestag beschließt den Abzug der Bundeswehr aus dem türkischen Incirlik. Grund ist das Verbot des Besuchs deutscher Bundestagsabgeordneter bei den in Incirlik stationierten deutschen Soldaten. Eine weitere Eskalationsstufe im Verhältnis zwischen Berlin und Ankara, das sich auch auf die Wirtschaftsbeziehungen auswirkt.

Juli 2017: Die Finanzkrise „feiert“ ihr zehnjähriges Jubiläum und ist mit den wankenden EU-Staaten Italien und Griechenland längst nicht ausgestanden. Kopfzerbrechen bereitet den Finanzministern der EU-Staaten zudem der bevorstehende Brexit.

August 2017: Bei Rastatt gibt der Boden unter den Bahngleisen aufgrund von Tunnelbauarbeiten nach. Eine Hauptschlagader des europäischen Bahnverkehrs ist rund 8 Wochen blockiert. Die Verzögerungen beim Güterverkehr können sich auch auf die Liefer- und Produktionsfähigkeit von Unternehmen auswirken.

Organisationen müssen sich besser vorbereiten

Vier Monate, vier Beispiele, die eines zeigen: Die Welt ist instabil und unberechenbar. Dass diese Vorfälle keine Zufälle sind, beweisen die letzten Jahre mit zunehmenden Risiken und Konflikten auf allen Kontinenten – analog und digital, mit direkten oder indirekten Auswirkungen auf die politischen, wirtschaften und gesellschaftlichen Kräfte. So unterschiedlich die Risikofaktoren sein mögen, verdeutlichen sie eines: Das Risikomanagement ist vielfältiger und zugleich anspruchsvoller geworden.

Oft fehlt ein ganzheitlicher Ansatz im Risikomanagement

Wer als Entscheider glaubt, dass sich solche Prozesse zum Risikomanagement im eigenen Unternehmen schnell mal nebenbei aufsetzen lassen, der irrt. Und doch gibt es diese Zweckoptimisten, wie die permanenten Verfehlungen von Unternehmen jeder Größe zeigen. Nicht nur, dass Manager sich wenig auf die oben beschriebenen globalen Risiken vorbereiten. Hinzu kommen Unzulänglichkeiten in Projekten sowie Zuliefererstreitigkeiten oder Korruptionsvorwürfe. Die Mängelliste in Firmen ist groß und nur wenige Unternehmen sind mit einem professionellen und ganzheitlichen Risikomanagement gut aufgestellt.

In diesem Sinne kommt eine internationale Studie von DNV GL und dem Marktforschungsinstitut GFK Eurisko zu dem Ergebnis, „dass die Hälfte der Unternehmen keine klare Risikomanagement Strategie vorweisen können (…)“. Doch genau diese Strategie braucht es mithilfe eines zukunftsbezogenen Chancen- und Risikomanagements. Dies aufzubauen, weiterzuentwickeln und mit modernen Risikomanagementansätzen zu versehen, ist die Aufgabe eines Risikomanagers.

Wissen, Chancen, RMA: Risk Management Congress 2017

Die Risk Management Association e. V. (RMA) veranstaltet ihren diesjährigen Risk Management Congress am 16. und 17. Oktober 2017 in Nürnberg. Die Jahreskonferenz steht im Zeichen eines modernen Risikomanagements in Zeiten der Unsicherheiten. Das Themenspektrum reicht von der Entscheidung unter Unsicherheit über neue Risikomanagementstandards bis zum Cyber Risk Management und zu Human Risk Factors.

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