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Projektsaboteure

Bild: Haufe Online Redaktion

Projekte werden oft nicht termin-, kosten- und sachgerecht abgeschlossen. Ein möglicher Grund des Scheiterns kann in den Interessen wichtiger Akteure liegen – und  diese deshalb ggf. negativen Einfluss nehmen. Alfred Biel präsentiert dazu eine Veröffentlichung.   

Kotteman, Dion/Gietema, Jeroen: Das kleine Handbuch für den Projektsaboteur.
2., aktualisierte Auflage. Weinheim: Wiley-VCH 2014 – 147 Seiten, 17,80 EUR.

Zu den Autoren nach Verlagsangaben: Dion Kotteman ist Generaldirektor der holländischen Rechnungsprüfungsbehörde (Dutch National Audit Authority).
Jeroen Gietema ist unabhängiger Consultant, Projekt- und Programmmanager. Das Buch wurde von Karin Heldmayer aus dem Niederländischen übersetzt.

Inhaltsüberblick
Der Projektsaboteur – Einsatz von CRIME I als Waffe gegen PRINCE II. Sabotage der bürokratischen Maschinerie des Projekts – Der sabotierende Auftraggeber – Der sabotierende Projektmanager – Der sabotierende Anwender – Der sabotierende Spezialist – Das sabotierende Mitglied des Betriebsrats – Die kriminelle Verschwörung – Krimineller Schlussakkord – Anhang (1. Die Maslow Pyramide und die Motive des Projektsaboteurs, 2. Appendix für deutsche Projekte)

Einordnung und Einschätzung
Das Buch beleuchtet „Projekt-Gegner“: handelnde Personen, die aus dem einen oder anderen Grund ein Interesse am Scheitern eines Projekts haben. „Projektsaboteure“ im Sinne dieser Veröffentlichung sind Betroffene und/oder Beteiligte, die angesichts ihrer persönlichen Motivationslage auf Ablauf und Inhalt des Projekts nachteilig störend Einfluss nehmen. Das Buch ist aus der Sicht der Projektsaboteure geschrieben und soll helfen, deren Überlegungen zu verstehen und die angewandten Methoden zu erkennen.

Diese Übersetzung aus dem Niederländischen ist an mehreren Stellen auf den „deutschsprachigen Leser“ zugeschnitten (Grußwort, Anhang sowie „deutsche Beispiele“ wie den Flughafen Berlin Brandenburg oder die Elbphilharmonie). Die Autoren vertiefen die übliche Frage „Was ging schief?“ durch die oft noch wichtigere Frage „Warum ging es schief?“. Damit begeben sie sich auf eine tiefere Ebene, die vielmals unterhalb des implementierten Berichts- und Steuerungssystems liegt.

Ein gut lesbares, spannend geschriebenes Buch, das für tiefgründige Projektprobleme sensibilisiert. Die Autoren schreiben vor dem Hintergrund reicher Erfahrungen über Projektprobleme ausgesprochen realistisch und praxisbezogen. Sie leisten einen bemerkenswerten Beitrag, Projekte und Projektprobleme aus einer zusätzlichen, oft vernachlässigten Sicht zu betrachten und zu analysieren.

Verlagspräsentation ohne Leseprobe (zuletzt abgefragt am 03.08.15)

Schlagworte zum Thema:  Projektarbeit, Projektplanung, Biel, Literaturforum

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