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Ein neuer Managementtrend ist die Wandlung von traditionsorientierten Unternehmen hin zu agilen Organisationen. Das geht aus dem Deutschen Change Readiness Index 2017 hervor. Die Veränderung bringt mehr Selbstbestimmung für die Mitarbeiter. Das hat auch Folgen für Inhalt und Anzahl der Führungspositionen.

Agile Organisation beschleunigt das Lernen und schafft damit Wettbewerbsvorteile

Oftmals wird in Unternehmen die Auffassung geteilt, man müsse dem stetigen Wandel mit internen Optimierungsprogrammen und Personal Coaching für Führungskräfte begegnen. Diese geben die Ansätze an die Mitarbeiter weiter, um diese wiederum grundlegend zu verändern. Dieser Ansatz führt allerdings nicht zu den gewünschten Erfolgen, wenn das Unternehmen weiterhin an traditionellen, häufig auch starren Werten festhält. Weg von der traditionellen Organisation, hin zu einer agilen sollte dabei vielmehr die Devise sein. Es ist effektiver, das Unternehmen als natürlich, komplex und lebendig anzusehen. Durch stetigen Austausch untereinander und regelmäßige Feedbackschleifen, wird eine dynamische Neuausrichtung ermöglicht. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Lerngeschwindigkeit, die in unserer digitalen Zeit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil mit sich bringen kann. Führungskräfte agiler Organisationen verstehen es deshalb, die Rahmenbedingungen für schnelleres Lernen zu verbessern.

Die klassische Führungsrolle wird es so nicht mehr geben

Bisher ist es in Unternehmen üblich, dass die Mitarbeiter einer Führungskraft „unterstehen“. In der agilen Organisation hingegen gibt es keine reine Führungskraft mehr, sondern Teams, die einen Großteil der Führungstätigkeiten mit übernehmen. So kann sich jeder auf seine Stärken konzentrieren und die damit verbundenen Ziele anstreben. Dadurch lässt sich das Potenzial jeder einzelnen Person besser entwickeln. Ein weiterer entscheidender Aspekt der agilen Organisation ist der Ansatz, die unterschiedlichen Sichtweisen und Perspektiven aller Mitarbeiter zu vereinen, um damit den größtmöglichen Erfolg zu erlangen, mehr Chancen nutzen zu können und kreative und gemeinsame Lösungen zu finden.

Dazu gehört auch, dass die Mitarbeiter ihre Entscheidungen selbst treffen dürfen, ebenso wie das Festsetzen ihrer angestrebten Ziele. Intention ist dabei, Machtausübung fast vollständig zu vermeiden. Im Projektmanagement hingegen werden neue Ansätze, wie Scrum- oder Kanban-Projektmanagement-Methoden verfolgt. Diese erfreuen sich bereits zunehmender Beliebtheit in allen Formen von Unternehmen.

Doch auch agile Organisationen sind auf Wertschöpfung angewiesen, durch die letztendlich Umsatz und Gewinn generiert werden. Ist die Unternehmensstruktur geprägt von einer Verkettung von Prozessen, bietet sich ein Lean Management an, um das Unternehmen zu mehr Agilität hin zu verändern. Ein Wandel der gesamten Organisation ist allerdings nicht zwingend notwendig. Es gibt durchaus erfolgreiche Unternehmen, die beispielsweise ein Lean Management in der Produktion und das Modell der agilen Organisation in der Produktentwicklung verankert haben.

Über den Deutschen Change Readiness Index 2017

Für die Studie wurden in Deutschland insgesamt 658 Unternehmen konsultiert. Dabei ist mit zusammen 60% Beteiligung der Bereich Maschinen- und Anlagebau sowie Elektro- und Automobilindustrie am größten. Die Umfrage zum Thema „Erfolg im Wandel“ wurde Anfang diesen Jahres durchgeführt.

Schlagworte zum Thema:  Wandel, Index

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