In vielen Berufen muss eine persönliche Schutzausrüstung getragen werden. Schutzbrillen, Handschuhe oder Sicherheitsschuhe sollen dafür sorgen, dass es zu keinen Verletzungen und Gesundheitsschäden kommt. Doch nur beim richtigen Einsatz bieten sie Sicherheit.

Langjährige Berufserfahrung und Routine allein schützen nicht vor den Gefahren im Arbeitsalltag, wie das Beispiel eines vermeintlich sehr erfahrenen Drehers zeigt. Er erledigte eine für ihn typische Aufgabe. An einer Drehmaschine schnitt er ein Gewinde. Auch die Maschine war ihm vertraut.

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Der Schutzhandschuh wurde zur Gefahr

Was der Dreher bei seiner Arbeit nicht bedachte: An drehenden Maschinen darf nicht mit Handschuhen gearbeitet werden. Es besteht das Risiko, dass sich der Schutzhandschuh in den drehenden Maschinenteilen verfängt und in die Maschine gezogen wird.

Als sich der Gewindebohrer verkantete, gelang es dem Dreher nicht mehr, das sich mitdrehende Gewinde loszulassen. Dadurch wurde der Handschuh um das Gewinde gewickelt. Die Kräfte waren so groß, dass dem Mitarbeiter das Endglied des Ringfingers abgerissen wurde.

Alte Maschinen nachrüsten erhöht die Sicherheit

Die Drehmaschine in dem Beispiel war darüber hinaus noch eine Altmaschine ohne Futterschutz. Maschinen ohne Futter- bzw. Eingreifschutz gehören stillgelegt, bis sie mit einer geeigneten Schutzeinrichtung ausgestattet sind. Altmaschinen lassen sich oft entsprechend nachrüsten.

Unterweisung zum Einsatz von PSA

Der Unfall zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur zum Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) zu unterweisen, sondern auch darauf hinzuweisen, bei welchen Tätigkeiten sie nicht getragen werden darf. Zusätzlich sollten Warnschilder aufgehängt werden, wenn etwas zu unterlassen ist.

Praxisordner bietet Anschauungs- und Diskussionsmaterial

Das Beipiel wurde dem Praxisordner "Aus Arbeitsunfällen lernen" der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) entnommen. Er beschreibt ausgewählte Unfälle exemplarisch und zeigt, wie sie vermieden werden können. Die Beipiele eignen sich u. a. für arbeitsplatzbezogene Unterweisungen.