Ein Betriebselektriker entging nur knapp einem schweren Arbeitsunfall. Dank eines im Verteiler eingebauten Fehlerstrom-Schutzschalters (RCD) und der geringen Intensität des Lichtbogens kam der Elektriker mit dem Schrecken davon. Wie können Unfälle bei elektrischen Arbeiten vermieden werden.

Ausgangssituation war eine dreiphasige flexible Geräteanschlussleitung, die nachträglich an eine Steckdosenkombination angeschlossen worden war. Bei der Installation wurde allerdings vergessen, den neu angeschlossenen Stromkreis im Verteiler schriftlich zu vermerken.

Bei elektrischen Arbeiten zeigt sich, wie riskant mangelhafte Beschriftung, aber auch falsche Arbeitsabläufe sein können.

Lichtbogen, Kurzschluss oder Stromschlag - Vermutung statt Kontrolle kann gefährlich werden

Als der Betriebselektriker einen Schaden beheben wollte, ging er von der Vermutung aus, dass die zusätzliche Leitung über das Sicherungselement der Steckdose abgesichert sei. Deshalb schaltete er dieses Sicherungselement aus. Doch seine Vermutung war falsch! Nur eine Phase war darüber angeschlossen, die zwei anderen Phasen über jeweils zwei andere Elemente. Deshalb standen diese beiden Phasen noch unter Spannung.

Elektrosicherheit - Unfälle vermeiden

Als Erstes hätte der Elektriker im Verteiler die Anschlussstellen der flexiblen Leitung ermitteln müssen. Dann hätte der die richtigen Sicherungselemente freischalten können. Als Nächstes hätte er die Spannungsfreiheit an den Ausschaltstellen und erst danach an den freigelegten Adern feststellen dürfen. Erst nach diesen vorbereitenden Maßnahmen hätte er unter Beachtung der fünf Sicherheitsregeln

  • Freischalten,
  • gegen Wiedereinschalten sichern,
  • Spannungsfreiheit allpolig feststellen,
  • erden und kurzschließen sowie
  • benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken

mit dem Ausbau der defekten Leitung beginnen dürfen.

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