| Alkohol bei der Arbeit

Kein Versicherungsschutz bei Volltrunkenheit

Alkohol am Arbeitsplatz kann weitreichende Folgen haben, auch für den Versicherungsschutz
Bild: Haufe Online Redaktion

Immer wieder kann es passieren, dass ein Mitarbeiter betrunken zur Arbeit kommt oder während der Arbeit Alkohol trinkt. Dass Alkoholkonsum die Arbeitsleistung beeinflusst weiß jeder, doch wie sieht es mit rechtlichen Konsequenzen aus?

Je mehr Alkohol getrunken wird, desto größer wird die Unfallwahrscheinlichkeit. Ab einem gewissen Grad der Alkoholisierung erlischt dann auch noch der Versicherungsschutz.

Das bedeutet: Wer volltrunken arbeitet und dabei eine Unfall hat, für den besteht kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz. Denn laut Rechtssprechung handelt es sich in diesem Fall um keinen Arbeitsunfall.

Versicherungsschutz: entscheidend ist der Unterschied zwischen Leistungsabfall ...

Wer „angeheitert“ ist, wie es umgangssprachlich gern bezeichnet wird, kann meist noch arbeiten. Unaufmerksamkeit, Leichtsinn, Übermüdung oder andere körperliche Beeinträchtigungen können vom Alkohol kommen, müssen aber nicht. Der alkoholbedingte Leistungsabfall verhindert in diesem Fall kein zweckgerichtetes Weiterarbeiten. Da die versicherte Tätigkeit also weiter ausgeführt werden kann, besteht auch der Unfallversicherungsschutz.

... und Leistungsausfall durch Alkohol bei der Arbeit

Wer dagegen volltrunken ist, ist nicht mehr „Herr seiner Sinne“. Eine berufliche Tätigkeit oder auch nur einzelne Arbeitsschritte auszuführen ist in diesem Zustand nicht mehr möglich. Oder anders gesagt: die versicherte Tätigkeit, die normalerweise geleistet wird, kann nicht erbracht werden. Fällt aber die Leistung aus, verfällt der Versicherungsschutz.

Nach einem Unfall muss geklärt werden, welche Rolle der Alkohol gespielt hat

Wenn nach einem Arbeitsunfall zu klären ist, ob zur Zeit des Ereignisses ein alkoholbedingter Leistungsabfall oder ein volltrunkener Leistungsausfall vorlag, werden u. a. die Konzentration des Blutalkohols (Promille), die Verfassung des Mitarbeiters sowie die wesentlichen Arbeitsschritte seiner Tätigkeit berücksichtigt.

So soll ermittelt werden, ob es zwischen dem Alkoholkonsum und dem Unfall einen Zusammenhang gab und ob der Versicherungsschutz gegeben war.

Diese und weitere Antworten auf rechtliche Fragen rund ums Thema Arbeiten unter Alkoholeinfluss bietet ein Artikel in der Zeitschrift Akzente 1/2015 der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN).

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