Arbeit auf Abruf ist dadurch definiert, dass nur die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit, nicht jedoch genau das Wann vereinbart ist. Durchschnittlich 4,5 % der Beschäftigten in Deutschland sind davon betroffen.

Ein Freitagabend im Sommer. Die Sonne scheint und es ist verlockend warm. Im Biergarten ist jeder Tisch besetzt und auch das Servicepersonal ist in voller Zahl im Einsatz. Mit dabei auch die Minijobber, die nur bei einem hohen Gästeaufkommen gerufen werden. Schon am nächsten Tag sieht alles anders aus. Es regnet wie aus Kübeln. Der Biergarten bleibt heute geschlossen. Arbeit gibt’s hier heute keine.

Minijobber in der Gastronomie und Sicherheitspersonal arbeiten häufig auf Abruf

Eine repräsentative Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mit 25.000 Personen zeigt, in welchen Branchen es am häufigsten Arbeit auf Abruf gibt:

  • 12 % der Minijobber müssen auf Abruf zur Arbeit antreten.
  • Ebenfalls 12 % sind es bei den Sicherheitsberufen, ob im Polizeivollzugsdienst bzw. bei den Mitarbeitern von Sicherheitsunternehmen.
  • Auch 9 % der Beschäftigten in Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen arbeiten nur, wenn der Chef sie braucht. In diesen Bereichen sind viele der Minijobber beschäftigt.

Arbeit auf Abruf: Beliebte Arbeitsform in kleineren Dienstleistungsunternehmen

Mit Arbeit auf Abruf können vor allem kleinere Dienstleistungsunternehmen auf schwankende Geschäftstätigkeiten mit flexiblem Personaleinsatz reagieren. Stark verbreitet ist sie bei den Helfertätigkeiten.

Arbeit auf Abruf macht unzufrieden

Wer auf Abruf arbeitet, ist laut der Umfrage mit seinem Leben und mit seiner Freizeit weniger zufrieden als andere Beschäftigte. Das ist wenig verwunderlich. Das Privatleben lässt sich nur schwer organisieren. Oft kommt es zu Konflikten, da sich Familie und Freunde nicht auf Absprachen verlassen können, weil die Arbeit plötzlich „dazwischenfunkt“. Keine negative Auswirkung auf die Work-Life-Balance haben dagegen Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst.

21 % der Beschäftigten in Sicherheitsberufen haben regelmäßig Rufbereitschaft

Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst finden sich häufiger bei Vollzeitbeschäftigten und in größeren Unternehmen. Rufbereitschaft wird zusätzlich zur regulären Arbeit geleistet und ist frühzeitig vereinbart. Wer Rufbereitschaft hat, kann sich aufhalten, wo er will und muss nur im Notfall innerhalb einer bestimmten Zeit vor Ort sein. Im Durchschnitt haben 6 % der Deutschen regelmäßig Rufbereitschaft. Deutlich über dem Schnitt liegen die Gesundheitsberufe mit 14 % und die Sicherheitsberufe mit 21 %.

Bereitschaftsdienst gibt es vor allem im Gesundheitswesen und in der Sicherheitsbranche

Beim Bereitschaftsdienst, der ebenfalls zusätzlich zur Regelarbeitszeit geleistet wird, hält sich der Beschäftigte im Betrieb auf, um bei Bedarf schnell verfügbar zu sein. Während seiner Dienstzeit darf er u. a. lesen oder schlafen. Bereitschaftsdienst machen 5,5 % der Beschäftigten, 13 % der Beschäftigten in Gesundheitsberufen und 17 % in Sicherheitsberufen.

Weitere Daten und Fakten stehen im IAB Kurzbericht: Arbeit auf Abruf, Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst - Wenn die Arbeit ruft.

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